Der Bundesnachrichtendienst hat laut einem Pressebericht eine grausame Entdeckung gemacht: Demnach sollen in Russland organisierte Verbrecherbanden obdachlose Kinder und Jugendliche entführen, töten und ihre Organe verschachern.
 |
|
Russische Straßenkinder (Bildquelle: UNICEF)
|
Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" eine zunehmende Brutalität beim illegalen Organhandel in Russland registriert. Organisierte Verbrecherbanden entführten und töteten obdachlose Kinder und Jugendliche und verkauften ihre Organe an zahlungskräftige Patienten im In- und Ausland, heißt es in einem vierseitigen vertraulichen Papier des BND, das dem Magazin vorliegt. Mit falschen Dokumenten zu Organ und Organspender versuchten die Kriminellen, Nieren und Leber in westlichen Ländern zu verkaufen.
Die russische Polizei stehe dem organisierten Organhandel machtlos gegenüber. "In der Regel wird von dem Verschwinden der Straßenkinder keine Notiz genommen", wird aus dem BND-Dossier zitiert. "Erst beim Auftauchen der ausgeschlachteten Körper" würden die Vermisstenfälle polizeilich erfasst. Die Polizei in St. Petersburg habe nach eigenen internen Angaben in vergangenen Jahren immer häufiger die Leichen obdachloser Kinder gefunden, denen offensichtlich innere Organe entnommen worden seien.
Der BND schildert in seinem Bericht für das Kanzleramt die Aktivitäten einer kriminellen Ärzteclique in Nowosibirsk, die eine Organbank mit tiefgekühlten Organen von Kindern und Jugendlichen verwaltet habe. Für die Opfer seien gefälschte Sterbeurkunden ausgestellt worden. Wiederholt sei "Exitus während einer Operation nach Unfall" angegeben worden.
GEHEIMSTUDIE: Exitus bei Operation...
·
 |
|
Drogenmissbrauch ist weit verbreitet unter den Straßenkindern in Moskau. (Gael Turine)
|
… Der Bericht der BND-Abteilung III (Auswertung) berücksichtigt … offizielle Angaben wie die der Polizei von St. Petersburg, die seit Jahren schreckliche Entdeckungen macht: Immer wieder finde die Miliz „Leichen obdachloser Kinder, denen offensichtlich innere Organe entnommen worden sind“.
Die verwahrlosten Jugendlichen sind der Organ-Mafia, die mit einer Niere auf dem internationalen illegalen Markt zigtausend Dollar verdienen kann, scheinbar schutzlos ausgeliefert. …
Etliche Mordsgeschäfte sind mit Akribie geplant. Eine kriminelle Ärzteclique in Nowosibirsk, die einen großen Bestand tiefgekühlter Organe verwaltete, soll sich nach BND-Erkenntnissen amtliche Sterbeurkunden beschafft haben. Kindern und Jugendlichen, brutal ihrer Organe beraubt, sei „eine plausible Todesursache bescheinigt worden“. Der BND nennt in seinem Geheimbericht eine Version: Exitus während der Operation nach einem Unfall. Ähnliche Vorfälle hätten sich auch in den Städten Moskau, Krasnojarsk und Jekaterinburg ereignet.
Die russischen Verbrecherbanden, straff organisiert und rund um den Globus aktiv, kennen im Organ-Marketing offenbar keine Hemmungen. Der BND befürchtet, dass etliche zur Adoption ins Ausland gebrachte Kinder in Wirklichkeit als „verwandtschaftliche Spender von Organen“ vermittelt worden sein könnten.
Dies dürfte eine perfide Reaktion der Mafia auf die Gesetzeslage in zahlreichen westlichen Ländern sein. Beispiel Deutschland: Das 1997 nach jahrelanger Diskussion verabschiedete Transplantationsgesetz, das Organhandel mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft, erlaubt eine Nierenentnahme nur bei lebenden Spendern mit einer verwandtschaftlichen oder engen emotionalen Bindung zum Patienten.
Wo die Not am größten ist, spielen Gefühle oft kaum noch eine Rolle. Mittellose russische Eltern, erfuhr der BND, übergeben ihre Kinder für 2000 US-Dollar an geldgierige Zwischenhändler. In Kasachstan und in der Ukraine, wo laut Geheimbericht „noch keine praktikablen Gesetzesvorlagen existieren“, entnehmen Operateure den Kindern hauptsächlich Nieren, die in Spezialcontainern sogleich in russische Kliniken oder ins Ausland transportiert werden. Der BND-Text: „In den meisten Fällen wartet hier schon der Empfänger auf das Spenderorgan, das dann dem Patienten unverzüglich implantiert wird.“…
Zwielichtige Typen kennen den enormen Bedarf. Ein Pole aus dem westfälischen Ahlen, der vor Jahren mehreren Krankenhäusern „Nieren von Lebendspendern“ verkaufen wollte, konnte sich nach eigenen Angaben vor Anfragen kaum retten….