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 20/06/2013 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ABYA YALA 
ABYA YALA / Mit zugenähten Lippen : ehemalige GM-Arbeiter in der dritten Woche Hungerstreik in Kolumbien
Date of publication at Tlaxcala: 17/08/2012
Original: Ex-GM workers in Colombia sew shut mouths, open third week of hunger strike
Translations available: Français  Español  Italiano  فارسی 

Mit zugenähten Lippen : ehemalige GM-Arbeiter in der dritten Woche Hungerstreik in Kolumbien

Victoria Cavaliere

Translated by  Michèle Mialane

 

Der Ex-Angestellte von Colmotores Jorge Parra behauptet, dass er gekündigt wurde aufgrund von  Gesundheitsproblemen, die mit seiner Arbeit im in der Nähe von Bogotá gelegenen Werk zusammenhingen. Andere erzählen Ähnliches. GM weist  diese Behauptungen zurück.

  

Im neunten Tag eines Hungerstreiks, zwecks dessen er seinen Mund zugenäht hat, behauptet der ehemalige Arbeiter bei  General Motors- Kolumbien, dass sein Gesundheitszustand sich zunehmend verschlimmert.

 
Mit zugenähtem Mund hat Mittwoch eine Gruppe ehemaliger Arbeiter bei  General-Motors- Kolumbien die dritte Hungerstreikwoche angetreten. Sie fordern eine Wiedergutmachung für  ihre Kündigung,  die nach einer Verletzung am  Arbeitsplatz erfolgt war.
 
„Wir sind durchaus bereit, zu sterben“ - so Jorge Parra, ehemaliger Metallarbeiter im Werk Colmotores in einem Vorort von Bogotá. Er flüstert nur, da seine Lippen sich  nur so weit öffnen können, dass Worte zwar heraus, Nahrung aber nicht herein kann.
 
„Ich hab furchtbare Magenschmerzen, meine Lippen sind geschwollen und tun weh, und Schlafprobleme hab ich auch... Aber ich geb’s nicht auf.“ So seine Erklärung an den Toronto Star.
 
Seit dem 1. August haben sieben Ex-Arbeiter mit Hilfe einer Nähnadel ihre Lippen zusammengenäht. Sie behaupten dass andere noch sich an ihrer Aktion zu beteiligen vorhaben.
 



Die Protestler sagen, dass sie bereit sind, für ihre Sache zu sterben.

 
Auch haben die Arbeiter vor dem US-Gesandtschaftsgebäude in Bogotá seit über einem Jahr demonstriert, um von dem  Unternehmen mit Sitz in Detroit und von den kolumbianischen Behörden eine Antwort auf ihre Klage zu verlangen.
 
Sie haben zwei Forderungen: eine Entschädigung  für die Kosten der ärztlichen Pflegeund eine Hilfe bei der Suche nach einem neuen Job.
 



Von links nach rechts: Carlos Trujillo, Manuel Ospina und Jorge Parra

Der 35jährige Parra, sagt, dass er von GM gekündigt wurde, nachem er sich jahrelang bei der Arbeit Verletztzungen zugezogen hatte, inklusive Bandscheibenbrüche und Muskelrisse. Er behauptet, dass er sich drei aufwendigen chirurgischen Eingriffen  habe unterziehen müssen und GM habe ihm jede Entschädigung verweigert.
 
"Wir befinden uns nun in einer Notlage und mussten etwas Ernstes unterbnehmen"- so weit über seine zugenähten Mund.
 

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Die Männer beschuldigen GM, sie entlassen zu haben, als sie krank oder verletzt wurden.

 
Auch beschuldigen sie GM, die Patientenakten ausgelöscht und die im Werk Colmotores bei der Arbeit verletzten Lohnempfänger nicht entschädigt zu haben.
 
Diese Behauptungen hat GM aber zurückgewiesen.
 



Ihre Lippen können sie  nur so weit öffnen, dass Nahrung zwar nicht herein, geflüsterte  Worte aber heraus können, damit sie ihren Standpunkt verkünden können

 
„GM Colmotores achtet auf das Gesetz und hat nie die Gesundheit oder das Wohlergehen seiner Angestellten gefährdet“ - so GM Anfang des Monats in einem Kommuniqué. „Außerdem möchte die Firma vor allem die Gemüter beruhigen und versichern, dass kein Angestellter je aufgrund von Gesundheitsproblemen gekündigt wurde.“
 
Auch beschuldigen die Arbeiter die  Firma, sich die laxen kolumbianischen Arbeitsregelungen zunutze zu machen.
 
Sie behaupten, dass sowie Kolumbien als auch Multis wie GM einen neuen Handlungsplan, den  Washington und Bogotá gemeinsam erarbeitet hatten, angeblich zur Verbesserung der Normen bei den Arbeitsverhältnissen, weitgehend ignoriert haben.
 
Kolumbien wird weitgehend als eines der für Gewerkschaften weltweit gefährlichsten Länder angesehen. Laut Schätzungen der AFL/CIO wurden im Laufe der letzten 20 Jahre ungefähr 4000 kolumbianische Gewerkschafter ermordet.
 
 

Fotos: ASOTRECOL ASOCIACION

►Mehr erfahren: http://www.asotrecol.com/

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Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.nydailynews.com/news/world/ex-gm-workers-colombia-sew-shut-mouths-open-week-hunger-strike-article-1.1136973
Publication date of original article: 15/08/2012
URL of this page: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=7977

 

Tags: ColmotoresGeneral MotorsKolumbien Abya YalaLateinamerikaArbeiterrechteArbeiterkämpfeHungerstreiks
 

 
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