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 18/04/2021 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
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 EUROPE 
EUROPE / 28. Februar: Vor 41 Jahren erhielt Andalusien sein Autonomiestatut
Date of publication at Tlaxcala: 28/02/2021
Original: 28-F: hace 41 años, Andalucía consiguió su Estatuto autonómico
Translations available: English  Français 

28. Februar: Vor 41 Jahren erhielt Andalusien sein Autonomiestatut

Juan Pedro Sarasua Helices

Translated by  Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Für die Andalusier ist der 28. Februar ein besonderes Datum. Wir feiern den Andalusien-Tag, an dem die erste Volksabstimmung für die Autonomie abgehalten wurde und an dem wir das Autonomiestatut für Andalusien erhielten.

Dieser Prozess war die Folge von Volksaufständen gegen eine Kolonialmacht, die unser Volk seit der germanischen Eroberung von Al Ándalus unter dem Joch gehalten hatte. Diese Eroberung diente als Vorbild für die anderen Invasionen des spanischen Reiches, bei denen dieselben Methoden angewandt wurden, die in unserem Gebiet und gegen unser Volk verwendet wurden.

Andalusien war das erste Opfer der Eroberungen Spaniens.

Juan Kalvellido, Tlaxcala

Die Verteilung der Erde unter den Eroberern, ihr Monopol, die exklusive Religion des Vatikans als Akteur und Anstifter der Unternehmung, die Verunglimpfung der Bevölkerung bis zu dem Punkt, sie zu bloßen Untertanen einer aufgezwungenen Herrschaft zu machen, unterwarf unser Volk einer nie zuvor erfahrenen Armut und Demütigung, die Madrid immer wieder mit Aufständen und Volksaufständen bedrohten.

Aber unser Volk vergaß nichts. Denn es nutzte die Volkskultur und das Familiengedächtnis, um sich an eine Gesellschaft zu erinnern und sie wieder aufzubauen, die unvermeidlich aufstand.

Und dies erfolgte auf bemerkenswerte Weise ab dem 4. Dezember 1977, als fast eineinhalb Millionen Andalusier ihren Wunsch zum Ausdruck brachten, das Autonomiestatut zu erhalten, für das viele ihr Leben gegeben hatten. Es war eine starke Stellungnahme wie in jenem anderen 4. Dezember von 1868, als die Stadt Cádiz aufstand und eine Bundesrepublik forderte.

Die Andalusier überwanden die Angst vor einer Diktatur, die, obwohl ihr Führer gestorben war, ihre gesamte Macht der Unterdrückung und Kontrolle aufrechterhielt.

Und sie übten sie aus.

Zahlreiche „gelegentliche“ Opfer überschatteten unsere Freude an einer geträumten Freiheit, aber sie konnten unseren Durst nach Freiheit nicht aufhalten. Es kam zu einem historischen Prozess mit unbestraften Verbrechen.  Wie die Ermordung von Manuel José García Caparrós während einer Demo, bei der mehr als zweihunderttausend Menschen auf die Straße gingen. Er war erst achtzehn Jahre alt.

In der Tat wurde uns nach intensiven sozialen Kämpfen eine Volksabstimmung zugesagt, die schon von Anfang an mit Tricks und Täuschungen gefüllt wurde. Den Artikel 151 der spanischen Verfassung, die sogenannte „kommunale Initiative“, könnte man als die Überholspur für den Zugang zur vollständigen Autonomie für Andalusien bezeichnen. Gemäß dieser Bestimmung könnte eine autonome Gemeinschaft einen solchen schnellen Weg beschreiten, um den Zugang zur vollständigen Autonomie zu erhalten, wenn mehr als 75 Prozent ihrer Gemeinden in jeder Provinz (wobei aber 80 Prozent in einer Provinz und 20 Prozent in einer anderen Provinz beispielsweise nicht galten) der entsprechenden Gemeinde die Maßnahme in einer außerordentlichen Plenarsitzung genehmigte.

Mit jedem Schritt, den die andalusische Gesellschaft auf dem Weg der Autonomie unternahm, entstanden mehr rechtliche Hindernisse, die aber mit derselben Entschlossenheit überwunden wurden.

Schließlich wurde am 28. Februar die Volksabstimmung zur Schaffung der neuen autonomen Gemeinschaft Andalusien abgehalten. Die Volksabstimmung galt unter bestimmten Bedingungen: Denn man brauchte 50% Ja-Stimmen in acht Provinzen. Falls diese Zahl nicht erreicht wurde, musste man die Volksabstimmung, fünf Jahre später wiederholen oder gemäß Artikel 151 der Verfassung., die Städte, die diese Zahl erreicht hatten, konnten hingegen zu einer autonomen Stadt werden.

Sogar als Rafael Escudero, der in diesem Prozess der oberste politische Führer war, sich am Morgen des 28. Februar 1980 in seinen Wahlbezirk begab, um zu wählen, stellte er erstaunt fest, dass sein Name nicht auf der Wählerliste stand. Nach mehreren Drehungen und Wendungen, Anfragen, Zweifeln, Wartezeiten und abweichenden Situationen konnte er endlich wählen. Kurz vor der Einführung seines Stimmzettels in der Wahlurne sagte der Vorsitzende der Junta von Andalusien: „Bei dieser Volksabtsimmung haben die Toten bequem abgestimmt, während wir Lebenden ernsthafte Schwierigkeiten damit hatten.”

Die Unregelmäßigkeiten der Volksabstimmung wurden im Laufe des gesamten Tages und natürlich auch in der Zählung festgestellt, mit der es ihnen gelang, einen typischen „Schlag“ zu versetzen, der verkündete, dass die Provinz Almería „nur“ 49 Prozent der Gesamtzählung erreicht hatte und die Volksabstimmung somit verloren wurde.

Die Reaktion der Bevölkerung in den folgenden Tagen setzte sich durch. Schlussendlich musste die Madrid- Regierung klein beigeben. Trotz der Tatsache, dass sie uns am 28. Februar 1980 verweigerte, eine „historische“ Gemeinschaft zu sein, erhielten wir in einer Volksabstimmung denselben Zugang zu unserer Autonomie wie andere Gemeinschaften. Und wir schafften es, denn wir bekamen die Selbstverwaltung, die Junta von Andalusien.

http://tlaxcala-int.org/upload/gal_24322.jpg

Wandmalerei von Decima in Jerez de la Frontera


 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://tlaxcala-int.org/article.asp?reference=30921
Publication date of original article: 28/02/2021
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=30924

 

Tags: 28. FebruarTag von AndalusienAutonomiestatut Andalusien
 

 
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