TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı

 23/09/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UNIVERSAL ISSUES 
UNIVERSAL ISSUES / Historischer Brückenschlag: Warum die Neuen Seidenstraßen eine "Bedrohung" für den US-Block sind
Date of publication at Tlaxcala: 07/02/2020
Original: Why the New Silk Roads are a ‘threat’ to US bloc
Translations available: Français  Español 

Historischer Brückenschlag: Warum die Neuen Seidenstraßen eine "Bedrohung" für den US-Block sind

Pepe Escobar Пепе Эскобар پپه اِسکوبار

Translated by  Angelika Eberl

 

Die Neue Seidenstraße könnte zur Keimzelle einer wirklich neuen Weltordnung werden — allerdings keiner nach dem Gusto der USA.

Pepe Escobar wandelt mit seiner geopolitischen Analyse der Bedeutung des Projekts „Neue Seidenstraße“ auf den Spuren eines der bedeutendsten deutschen Universalgelehrten, Gottfried Wilhelm Leibniz. Nicht von ungefähr ist der Vizepräsident der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft der chinesische Wissenschaftler Professor Dr. Wenchao Li. China, so der Autor, betrachtet den „Austausch von Mensch zu Mensch“ als einen der Hauptschwerpunkte des Projekts. Schon Leibniz hatte sich — leider vergeblich — bemüht, Russland mithilfe Peters des Großen die Rolle eines natürlichen Bindeglieds zwischen dem chinesischen und dem europäischen Kulturkreis zuzuweisen. Der neuen Seidenstraße könnte dies jetzt gelingen. Eines der größten Integrationsprojekte der Geschichte droht, die letzten Blütenträume von einer Neuen Weltordnung à la Bush-Vater und vom „Ende der Geschichte“ zum Platzen zu bringen.-Jochen Scholz

Bei all der zunehmenden Hektik, den rund um die Uhr hereinrauschenden Nachrichten und den Twitter-Ausbrüchen, ist es für die meisten westlichen Länder, insbesondere die USA, ein Leichtes, die Grundlagen der Beziehungen zwischen Eurasien und seiner westlichen Halbinsel Europa zu vergessen.

Asien und Europa tauschen seit mindestens 3.500 v. Chr. Waren und Ideen aus. Historisch gesehen mag der Handelsfluss einige gelegentliche Erschütterungen erlitten haben, zum Beispiel im 5. Jahrhundert durch eindringende Reiternomaden in die eurasischen Steppen. Aber im Grunde war er bis zum Ende des 15. Jahrhunderts stabil. Wir können ihn im Wesentlichen als eine Jahrtausende alte Verkehrsachse bezeichnen — von Griechenland bis Persien, vom Römischen Imperium bis China.

Eine Landroute mit unzähligen Abzweigungen durch Zentralasien, Afghanistan, Iran und die Türkei verband Indien und China mit dem östlichen Mittelmeer und dem Schwarzen Meer und führte schließlich zu dem, was man als die alte Seidenstraße kannte.

Im 7. Jahrhundert standen die Land- und Seehandelswege in direkter Konkurrenz zueinander. Und die iranische Hochebene spielte in diesem Prozess immer eine Schlüsselrolle.

Die iranische Hochebene umfasst historisch gesehen Afghanistan und Teile Zentralasiens, die sich im Osten bis Xinjiang und im Westen bis nach Anatolien erstrecken. Im persischen Reich drehte sich alles um den Überlandhandel; Persien war der wichtigste Knotenpunkt zwischen Indien und China und dem östlichen Mittelmeerraum.

Die Perser setzten die Phönizier an der syrischen Küste als ihre Partner ein, um den Seehandel im Mittelmeer zu organisieren. Die Unternehmer in Tyrus etablierten ihrerseits Karthago als Knotenpunkt zwischen dem östlichen und westlichen Mittelmeer. Aufgrund ihrer Partnerschaft mit den Phöniziern mussten die Perser unweigerlich mit den Griechen — einer Seemacht — in Konflikt geraten.

Wenn die Chinesen, die heute die Neue Seidenstraße voranbringen wollen, den „Austausch von Mensch zu Mensch“ als eines ihrer Hauptmerkmale hervorheben, dann meinen sie den Jahrtausende alten Dialog zwischen Europa und Asien. Dabei hätte es im Lauf der Geschichte sogar zwei große, direkte Begegnungen geben können, die aber dann nicht zustande kamen.

Die erste wurde verursacht durch den Sieg Alexanders des Großen über Dareios III. von Persien. Doch dann mussten Alexanders Nachfolger, die Seleukiden, gegen die aufsteigende Macht in Zentralasien, die Parther, kämpfen, die Persien und Mesopotamien übernahmen und schließlich den Euphrat zum „Limes“ zwischen sich und den Seleukiden machten.

Die zweite abgebrochene Begegnung ereignete sich, als Kaiser Trajan im Jahr 116 n. Chr. nach dem Sieg über die Parther den Persischen Golf erreichte. Doch dessen Nachfolger Hadrian zog sich zurück, sodass die Geschichte nichts verzeichnete, was eine direkte Begegnung zwischen Rom, über Persien, mit Indien und China gewesen wäre — oder anders gesagt: eine Begegnung des Mittelmeers mit dem Pazifik.

Mongolische Globalisierung

Weiterlesen

Foto: Ivan Marc/Shutterstock.com





Courtesy of Rubikon
Source: https://www.asiatimes.com/2020/01/article/why-the-new-silk-roads-are-a-threat/
Publication date of original article: 24/02/2020
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=28029

 

Tags: Neue SeidenstraßenUnipolare gg multipolare WeltordnungKina-USA-Europa-Westasien
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.