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 17/02/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
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 CULTURE & COMMUNICATION 
CULTURE & COMMUNICATION / „Wir und die Russen“: Egon Krenz in Rostock
Bericht von der RotFuchsveranstaltung am 25. Januar 2020
Date of publication at Tlaxcala: 30/01/2020
Translations available: Français  English  Español 

„Wir und die Russen“: Egon Krenz in Rostock
Bericht von der RotFuchsveranstaltung am 25. Januar 2020

Carsten Hanke

 

Mit der RotFuchs-Veranstaltung am 25. Januar 2020 wurde mit der Thematik „Wir und die Russen“ nach dem gleichnamigen Buch von Egon Krenz, ein hochwichtiger Teil der Geschichte der DDR nicht nur einer historischen Betrachtung unterzogen, sondern gleichzeitig der Bezug zur aktuellen Politik hergestellt.

Dass unsere Regionalgruppe Rostock zum wiederholten Male Egon Krenz, den letzten Staatsratsvorsitzenden der DDR zu Gast hatte, lag nicht nur an der Wohnortnähe, sondern vorrangig an dem freundschaftlichen Umgang miteinander seit vielen Jahren.

Obwohl unser Referent Egon Krenz über sein Buch schon sehr viele Buchlesungen gehalten hat und dieses Buch auch zum Besteller geworden ist, gestaltet sich jede Buchlesung anders. Das liegt nicht in erster Linie am Publikum, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass Egon Krenz stets tagaktuelle politische Ereignisse in seinen Redebeiträge mit einfließen lässt.

Einen besonderen Wert haben die Aussagen von Egon Krenz ohnehin, weil jedes gesprochene Wort nicht nur seine inneren Emotionen wiederspiegelt, sondern auch seine politische Überzeugung so natürlich dem Zuhörer vermittelt wird.  Dass Egon Krenz alle seine genannten Fakten stets belegen kann, ist zwar ein wichtiger Hinweis für die anwesenden Gäste, bedurfte aber nicht einer zusätzlichen Erwähnung, da man diese ehrliche und selbstkritische Aufarbeitung von Egon Krenz weltweit schätzt, wenn man auch nicht immer seinen politischen Überzeugungen folgen möchte.

Dass Egon Krenz dieses Buch, welches im Jahr 2019 erschienen ist, als seinen historischen Beitrag zum 30.-jährigen Jubiläum des „Mauerfalls“ sieht, ist auch Beleg für seine verantwortliche Aufarbeitung. Auf Grund der Tatsache, dass in diesem Buch auch viel Autobiographisches von Egon Krenz veröffentlicht worden ist, wird u.a. auch daran deutlich, dass, wie er selbst sagt, sein gesamtes Leben bis heute eng mit den Russen verbunden ist.

Egon Krenz liest gleich zu Beginn seiner einführenden Worte den Aufruf der KPD vom 11.Juni 1945 vor, das liegt auch darin begründet, dass gerade einen Monat nach der Befreiung vom Faschismus und der Beendigung des

II. Weltkrieges in kürzester Zeit die KPD eine klare Analyse vorgelegt hat, die sehr detailliert die Ursachen zur Machtübernahme der Faschisten in Deutschland ebenso benennt wie deren Unterstützer, aber auch selbstkritisch die fehlende Einheitsfront bei der Bekämpfung dieser faschistischen Erscheinungen.

Dieser gewählte Beginn von Egon Krenz ist gerade unter den aktuellen Ereignissen in der BRD, in Europa und weltweit besonders wichtig, weil überall in unterschiedlich starker Gewichtung wieder faschistische Organisationen entstanden sind und politisch hofiert werden und es schlussfolgernd aus der Historie wichtig ist, gleiche Fehler nicht zu wiederholen.

Dass Egon Krenz auch auf das Nato-Manöver „ Defender 2020“, dass größte Nato-Manöver seit 1945 zu sprechen kommt , ist aus verschiedenen Gründen folgerichtig, da es zudem an der Grenze zu Russland abgehalten werden soll und eine abartige Provokation gegenüber Russland darstellt, da gerade im 75. Jahr der Befreiung vom Faschismus wieder deutsche Truppen an der russischen Grenze stehen.

In seinen Darlegungen macht Egon Krenz immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, dass zur Erhaltung des Friedens generell aber insbesondere für Europa eine gute Zusammenarbeit mit Russland unerlässlich ist. In diesem Zusammenhang kritisiert er den EU-Beschluss vom 18.9.2019 der inhaltlich das Ziel verfolgt, die Geschichte umzuschreiben und mit der Gleichstellung von der Diktatur des Faschismus und der Diktatur des Proletariats den Antikommunismus zur Staatsdoktrin klassifiziert. Ebenso kritisch wird der CDU-Parteitagsbeschluss aus 2019 bewertet, wo man die Militärausgaben der BRD auf 2 % das Bruttoinlandsprodukt (BIP) anheben will, was aktuell 85 Milliarden Euro bedeuten würde.

In der sehr breitgeführten Diskussion wurden u.a. auch darauf verwiesen, dass die DDR-Führung mehrmals gegenüber der sowjetischen Führung gesagt hat, dass man das sowjetische Modell des Sozialismus nicht auf die DDR übertragen kann. Das dieses dort so nicht gesehen wurde, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Weitere Themen, wie der ehemalige Botschafter Falin in der BRD zu Egon Krenz stand oder das Verhältnis von Gorbatschow zu Egon Krenz, wurden ebenso behandelt, wie das komplizierte Verhältnis Polens zu Russland oder der aktuelle Auftritt Putins in Israel zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren, wo dort ein entsprechendes Denkmal durch Putin eingeweiht worden ist. In der Diskussion wurde gerade im Zusammenhang mit den Verbrechen, die an den Juden begangen wurden, deutlich gemacht, dass Israel ebenso eine Existenzberechtigung hat wie die Palästinenser und das man sehr wohl die israelische Regierung für ihre praktizierte Politik, wie  z.B. die völkerrechtswidrige Besetzung der „Golan-Höhen“ usw. kritisieren kann, sie aber deswegen nicht gleich zum Antisemitismus gehört.

Neben den inhaltlich sehr starken Aussagen von Egon Krenz, den sehr interessanten Fragen von Seiten der Gäste - die sehr zahlreich erschienen waren, ist es eine sehr erfolgreiche Bildungsveranstaltung gewesen. Eine besondere Beachtung und Bedeutung zugleich, ist die Tatsache, dass zahlreiche linke Organisationen wie fortschrittliche Vereinigungen, gemeinsam diese Bildungsveranstaltung unterstützt hatten und einige dieser Vertreter im Podium Platz genommen hatten.

Wir und die Russen


Egon Krenz

Wir und die Russen

Die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau im Herbst '89

Edition Ost

304 Seiten, 12,5 x 21 cm, brosch.
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Courtesy of Carsten Hanke
Source: http://www.hanke-mv.de/rotfuchs-2020/
Publication date of original article: 30/01/2020
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=27968

 

Tags: Egon KrenzWir und die RussenDDR-SowjetunionDeutsche GeschichteKPDSEDWende
 

 
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