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 22/03/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UMMA 
UMMA / Hoffnung auf eine dritte Revolution im Sudan
Date of publication at Tlaxcala: 05/01/2019
Original: السودان: مآلات الثورة الشعبية الثالثة
Translations available: Français  فارسی 

Hoffnung auf eine dritte Revolution im Sudan

Tarek El Sheikh طارق الشيخ

Translated by  Mikaela Honung
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Weit entfernt vom Rampenlicht der internationalen Medien (mehrere Journalisten  wurden ausgewiesen), erlebt der Sudan einen beispiellosen Aufstand gegen die Diktatur von General Omar al-Baschir. Es weckt die Hoffnung auf einen noch radikaleren Wandel als die, die das Land 1964 und 1985 erlebt hat.

Der beliebte sudanesische Dichter Mahjoub Scharif wurde Anfang der 70er Jahre verhaftet und betete auf dem Weg ins Gefängnis ein leidenschaftliches Gebet:

    Wann wird
    der Himmel unseres lieben Khartoums

    sich aufklären,
    wann wird
    die Wunde des Landes geheilt?

Einige Jahrzehnte später scheint sein Wunsch erfüllt zu sein. Am Morgen des 25. Dezember erwachte die sudanesische Hauptstadt unter dem lauten Lärm der Menge, bestehend aus den verschiedenen Oppositionskräften, die sich zu der größten und eindrucksvollsten Demonstration drängten, die das Land seit dem Staatsstreich der islamistischen Bewegung und ihrer Machtübernahme im Jahr 1989, obwohl andere Unruhen das Regime ab und zu erschütterten.

Shaf

Der Aufruf zur Mobilisierung der Sammlung der Facheute (Tadschamma al-Mahniyin), zu der die wichtigsten Gewerkschaften von Ärzten, Ingenieuren und Rechtsanwälten gehören, hat bei der Bevölkerung und den politischen Parteien eine breite, seit Jahrzehnten nicht mehr gesehene Zustimmung gefunden. In einer Zeit, in der die Lage sich schlahartig zu ändern scheint, stellt diese Forderung sowohl für die Regierung als auch für die organisierenden Kräfte selbst eine echte Herausforderung dar, da es sich um die erste derartige Bewegung seit der Machtübernahme 1989 durch das Revolutionskommando für nationale Rettung  (Al-Inqaz) handelt.

Das erklärte Ziel der Sammlung der Facheute im Herzen der Hauptstadt war es, der Regierung zunächst einen Protest der Gewerkschaft gegen die Wirtschaftspolitik zu präsentieren. Die politische Eskalation hat jedoch die Obergrenze der Forderungen angehoben, was sich jetzt durch einen Brief an den Präsidentenpalast manifestiert, der offen den Rücktritt von Präsident Omar Hassan Al-Baschir fordert. Angesichts der beeindruckenden Bewegung in den großen und kleinen Städten des Sudan scheint die Regierung zwischen dem Einsatz von List und scheinbarer Flexibilität oder Repression mit exzessivem Einsatz von Gewalt, an die sie das Land in den drei vergangenen Jahrzehnten gewöhnt hat, zu zögern. 

Eine beispiellose Bewegung

Seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1956 hat der Sudan sicherlich Erfahrungen mit Volksrevolutionen gemacht, die es geschafft haben, eine totalitäre Diktatur zweimal zu stürzen: die von Marschall Ibrahim Abboud im Jahr 1964, dann die von General Gaafar Nimeiry im Jahr 1985. Aber die aktuelle Revolte scheint sich in jeder Hinsicht von den vorherigen zu unterscheiden. Während erstere auf einer Gewerkschaftsbewegung auf dem Höhepunkt ihrer Stärke und einer strukturierten politischen Bewegung in den Großstädten Sudans, insbesondere in der Hauptstadt, beruhte, begann der gegenwärtige Aufstand im hohen Norden des Landes, in der Stadt von Atbara, einem Arbeiterzentrum und der berühmten Wiege der sudanesischen Gewerkschaftsbewegung. Dann breitete sie sich schnell aus, wobei die Schockwelle die nördlichen Städte wie Berber und Damer und dann Danqala und Karima traf. Der Aufstand der Städte breitete sich im Osten mit Qadarif, Port Sudan und Kasla aus, dann im Westen mit Abyad und Rahd und schließlich dem Weißen Nil.

Die Volksbewegung hat einen eklektischen Aspekt, der viele sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenbringt. Das Erdbeben hat dasRegime überrascht, das daran gewöhnt war, die Polizeikräfte in der Hauptstadt zu konzentrieren, um einen Putschversuch zu verhindern. Neben der Stärke und Lebendigkeit der Bewegung ist es der Regierung ein großes Anliegen, dass die politischen Ziele klar sind. Diese sind nicht mehr nur wirtschaftlich, trotz einer von Hunger und Armut geprägten Situation. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) schätzt, dass mehr als 20 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze im Sudan leben, was fast ein Drittel der Gesamtzahl der Armen in allen arabischen Ländern, d.h. 66 Millionen Menschen entspricht.

Die Slogans, die von Demonstranten in den Städten verkündet werden, sind im Wesentlichen politisch. Der häufigste ist "Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit". Und auch: "Revolution ist die Wahl des Volkes". Dies zeigt die Tiefe der Bestrebungen des Volkes und die Stärke der revolutionären Idee.

Dieser qualitative Sprung brachte den Kampf ohne Vorbedingungen auf ein neues Niveau: Trotz Armut und Hunger äußerten die Menschen klar ihren Wunsch, der Macht der Muslimbrüder ein Ende zu setzen und eine neue Dämmerung zu erleben. Es ist ebenso klar, dass die islamistische Bewegung ihre Mission völlig ausgeschöpft hat und ein schweres Erbe hinterlassen hat: eine Auflösung des Staates auf allen Ebenen, wirtschaftlich, politisch, kulturell und sogar paradoxerweise religiös, wenn man die Verwüstung betrachtet, die durch die "teuflische" Mischung aus Religion und Korruption verursacht wird.

In seinem Treffen mit den Redakteuren der sudanesischen Medien betrachtete der Chef des Nachrichtendienstes, Salah Qosch, die Bewegung als spontanen Aufstand, weit weg von den politischen Parteien. Aber durch die Freistellung politischer Parteien von jeglicher Beteiligung meinte der Chef des Nachrichtendienstes vor allem, dass es sich um eine Volksbewegung ohne Zukunft handelte. Dieser Aussage musste schnell durch die Fakten widersprochen werden. Salah Qosch wies dann die Verantwortung für die Ereignisse subversiven Kräften zu, und unter die Demonstranten infiltrierten Provokateuren, die angeblich vom israelischen Mossad ausgebildet, trainiert und geführt seien. Er zielte insbesondere Mitglieder der Rebellengruppe des Darfur Sudans Befreiungsbewegung  (SLM) unter der Leitung von Abdul Wahid Al-Nur. Die damit verbundene Anschuldigung verriet den Schock der Regierungspartei angesichts der Revolution. Die Regionen, in denen die Antennen der Regierungspartei, des Nationalkongresses in Atbara, Damer oder Berber, zerstört wurden, zeichnen sich durch ein Sozialgefüge aus, dessen Darfur-Komponente vernachlässigbar ist und das - zumindest vom Regime - eher als Bastion der islamistischen Bewegung betrachtet wird.

Shaf

Die eindrucksvollste Demonstration

Die Volksbewegung geht weiter, und es gibt alle Anzeichen dafür, dass die Bevölkerung in den Städten die Initiative ergriffen hat und weiterhin die Regierung herausfordert. In vielen Städten hat die Bevölkerung den Ausnahmezustand und die dort etablierte Ausgangssperre getrozt. Das vielleicht wichtigste und bedeutsamste Ereignis ereignete sich am 25. Dezember in der Hauptstadt, wo alle Stadtteile von den Massen von Demonstranten überflutet wurden. An der Spitze der Züge standen Vertreter des gesamten Gewerkschaftsspektrums, aus den verschiedenen Berufsgruppen sowie die Führer der politischen Parteien. Die Demonstration war die beeindruckendste, die das Land seit dem Staatsstreich von Omar Al-Bashir 1989 erlebt hat.

Trotz des übermäßigen Einsatzes von Gewalt und scharfer Munition zur Zerstreuung der Demonstranten brachte die Bevölkerung durch ihre Entschlossenheit, sich den Behörden zu widersetzen, eine klare Botschaft zum Ausdruck, dass die Revolution nun mit mehr Kraft und Vitalität als je zuvor auf dem Vormarsch war. Das Zentrum der Hauptstadt sieht heute aus wie ein Schlachtfeld mit dem massiven Einsatz von Panzern und Soldaten. Derzeit ist die Mission der Gewerkschaften jedoch erfolgreich gewesen, wie das Kommuniqué der Sammlung der Fachleute zeigt. Sie verurteilte die Tatsache, dass die Behörden "Tausende von Sicherheitskräften und Soldaten, unterstützt durch gepanzerte Fahrzeuge und scharfe Munition auf die Demonstranten geschossen haben, um sie und ihre Partner aus der Zivilgesellschaft, der politische Parteien und der Massen des sudanesischen Volkes daran zu hindern, den Palast zu erreichen, um das Memorandum, in dem der Rücktritt des Präsidenten gefordert wird, zu überreichen".

Die Gewerkschaften begrüßten die Tatsache, dass sie ihr Ziel erreicht hatten, indem sie eine Einheit erreichten, die seit Jahrzehnten nicht mehr existierte. "Wir haben unsere Position, die des Willens der versammelten Menschen, nachdrücklich zum Ausdruck gebracht". Das Klima ist ein Klima des erneuerten Vertrauens, in dem sich die Kräfte so fühlten, als hätten sie die erste Runde gewonnen, trotz einer hohen Zahl von Opfern: laut medizinischen Quellen wurden vierzig Menschen getötet.

Dieses Gefühl ist allgemein: Die politischen Kräfte der Opposition, die hauptsächlich durch die Koalition der Nationalen Konsenstkräfte (Idsch'maaa) und Ruf Sudans (Nidaa As-Soudan) vertreten sind, trafen sich am Dienstag, den 25. Dezember, vor dem Marsch der Sammlung der Fachleute d begann, im Hauptsitz der Kommunistischen Partei in Khartum. Sie beschlossen, ihre Differenzen zu vergessen und wollten ihre Bemühungen koordinieren, um den "Sturz des Regimes" zu erreichen. Es entstand ein Konsens über die Amtsenthebung von Präsident Omar Al-Baschir, die Bildung eines Übergangspräsidialrates und einer technokratischen Regierung, deren Aufgabe es sein würde, die Rückkehr zu einem politischen Leben vorzubereiten, das von einem wahren Parteienpluralismus und der Einführung eines neuen Regimes geprägt ist. Dieses Ziel stezte voraus, den Kampf um den Rücktritt des Präsidenten zu verstärken.

Die verschiedenen islamistischen Komponenten der Regierung sind sich ihrerseits sehr uneins darüber, wie sie auf die städtische Revolte reagieren sollen. In einem fieberhaften Wettlauf um Veränderungen hatten sie selbst am Freitag, den 21. Dezember, eine Sitzung abgehalten. Die Führer der islamistischen Bewegung, die in mehrere rivalisierende Strömungen aufgeteilt sind, darunter die von Ali Al-Hadsch geführte Partei des Volkskongresses, die von Ghazi Salahuddin geführte Al-Islah-Bewegung, der Shura-Rat der islamischen Bewegung unter Al-Fateh Ezzeddin, trafen sich mit General Kamal Abdul Maarouf, Chef des Armeestabs. Berichten zufolge wurde die Idee einer militärischen Übernahme angesprochen. Abdul Maarouf soll das Prinzip akzeptiert haben, wobei es ihm obliegt, die anderen Mitglieder des Generalstabs zu konsultieren.

Am selben Tag traf die Delegation auch Sadek Al-Mahdi, den Vorsitzenden der Al-Umma-Partei, und einige Oppositionsführer wie die von Al-Mahdi geführte Koalition Nidaa As-Sudan, um den Boden für künftige Verhandlungen über den Rücktritt der Exekutive, die Festlegung einer Übergangszeit und einer technokratischen Regierung zu bereiten.

Das Unbekannte der Jugend

Es ist jedoch ein neuer Faktor ins Spiel gekommen, der den Lauf der Dinge verändern sollte: die Jugendkräfte, der eigentliche Motor der Volksrevolte in allen sudanesischen Städten. Diese junge Generation wurde im Schatten der islamistischen Macht geboren, in einem Bruch mit der Vergangenheit, die die politischen Parteien vor Omar Al-Bashir gekannt haben. Es ist eine grundlegend rebellische Generation, die außerhalb des Bereichs der konfessionellen Polarisierung aufwächst. Viele junge Menschen versuchen, sich über die üblichen parteiübergreifenden Vereinbarungen hinwegzusetzen, und wünschen sich, dass die derzeitige Bewegung über die üblichen Kompromisse des einfachen Regierungswechsels hinausgeht. Im Gegenteil, sie zielen auf einen Regimewechsel ab, weit weg vom religiösen Einfluss auf die Politik1.

Es ist dieses Streben nach einer echten Revolution, das sich in den Slogans ausdrückt, die von jungen Menschen gesungen werden: "Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit". Mit anderen Worten, ein aktiver, entscheidender Faktor ist jetzt Teil der politischen Gleichung. Sie bringt eine andere Zukunftsvision mit sich und will mit alten Praktiken brechen, einen modernen Staat aufbauen, der auf Gleichheit, Recht und neuen Werten für ein neues Leben basiert. Die derzeitigen politischen Führer, insbesondere in der Opposition, sind meist im fortgeschrittenen Alter. Die Straßenbewegung wird sich natürlich eher an junge Menschen wenden, die einen echten Wandel fordern. Die kommende Zeit sollte daher größere politische Unruhen, ausschlaggebenden Entscheidungen und schweren Gefahren gegenüber erleben.

Entweder versucht die islamistische Bewegung, alle mit einer Palastrevolution zu überraschen, die zweifellos von einer starken Volks-Opposition begrüßt würde, oder die übriggebliebenen Islamisten verständigen sich mit einflussreichen politischen Kräften wie denen von Sadek Al-Mahdi, der eher geneigt scheint, Kompromisse einzugehen, im Einklang mit seiner Vision und seinem Programm für eine weiche Landung: die Macht des Nationalkongresses zu beenden, eine Übergangsphase mit einem Kongress aller sudanesischen politischen Kräfte, einschließlich islamistischer Kräfte, einzurichten, um die zukünftige Macht zu diskutieren. Diese Lösung würde auch von der Bevölkerung, insbesondere von der jüngeren Generation, aber auch von anderen Kräften wie der Idsch'maa (Oppositionskoalition) unter der Führung des ehemaligen Präsidenten der Arabischen Anwaltskammer Farouk Abou Issa abgelehnt werden.

Die dritte mögliche Option, die eindeutig die Präferenz des Volkes hätte, wäre ein radikaler Wandel, mit der Machtentfernung der Islamisten und einem Bruch mit der politischen Vergangenheit. Paradoxerweise ist diese Lösung, die der Jugend und den Revolutionskräften näher ist und den Sudan besser wieder auf die Karte der modernen Staaten zurückbringen kann, genau diejenige, die von den traditionellen religiösen Kräften und der islamistischen Bewegung mit der größten Virulenz bekämpft werden wird.

Die gegenwärtige Bewegung könnte auf Milizen der islamistischen Bewegung stoßen, die sich entscheiden könnten, in Aktion zu treten und nicht zögern würden, das Feuer zu eröffnen.

Die Frage ist, inwieweit die Militär- und Polizeikräfte in der Lage sein werden, angesichts solcher Gefahren gleichgültig zu bleiben. Werden sie die Szene betreten, um, wie einige es hoffen, die Bewegung zu unterstützen und den Konflikt zugunsten des Volkes zu lösen, wie bei den beiden Volksaufständen von 1964 und 1985?

Alles deutet darauf hin, dass die sudanesische Volksrevolte anhält und an Stärke zunimmt, mit dem starken Wunsch, das derzeitige Regime zu beenden, während die marathonhaften Verhandlungen zwischen verschiedenen Parteien und politischen Kräften parallel fortgesetzt werden, in der Hoffnung, einen Ausweg aus der Krise zu fördern.

Anm. d. Hrsgb.

1- Es gibt zwei große religiöse Bewegungen im Sudan: die der Anhänger von Imam Al-Mahdi (Ansar Al-Imam Al-Mahdi), mit Sadek Al-Mahdi, dem Präsidenten der Nationspartei (Al-Oumma), der größten politischen Partei im Sudan, als Führer, und die der Mirghani-Anhänger, mit Mohamed Othman Al-Mirghani, der Nationalen Einheitlichen Partei (Al-Hizb Al-Watani Al-Ittihadi), der zweitgrößten Partei im Land.

Von der Unabhängigkeit zur Fragmentierung

1. Januar 1956. Ende der britischen Präsenz und Unabhängigkeit. Im Sommer 1955 brach in den südlichen Provinzen eine Rebellion aus.
November 1958. Militärputsch.
Oktober 1964. Volksaufstand, Sturz der Diktatur, Aufbau eines parlamentarischen Regimes.
25. Mai 1969. Staatsstreich der "freien Offiziere" unter der Leitung von General Gaafar Al-Nemeiry.
Juli 1971. Scheitern eines Versuchs eines linksradikalen  Staatsstreichs. Blutige Repression gegen die mächtige Kommunistische Partei.
1972. Die Abkommen von Addis Abeba beendet den Bürgerkrieg mit dem Süden, der seit siebzehn Jahren andauert. Der Süden erhält "regionale Autonomie".
1983. Nemeiry führt das Scharia-Gesetz ein. Wiederaufnahme des Krieges im Süden.
März-April 1985. Ein Volksaufstand und ein Staatsstreich setzten dem Nemeiry-Regime ein Ende.
30. Juni 1989. Islamistische Offiziere unter der Führung von Omar Al-Baschir ergreifen die Macht. Der Krieg mit dem Süden verschärft sich.
9. Januar 2005. Unterzeichnung einer Vereinbarung, die eine Volksabstimmung über die Selbstbestimmung im Süden vorsieht.
4. März 2009. Der Internationale Strafgerichtshof erlässt einen Haftbefehl gegen Omar Al-Baschir wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im folgenden Jahr wird die Anklage wegen Völkermordes hinzugefügt.
Januar 2011. Der Süden stimmt massiv für die Unabhängigkeit, bevor er in den Bürgerkrieg versinkt.

 

Wien, 13. Jänner 2019, 14-16 U.

Oper (Herbert von Karajan Platz)

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Solidaritätskundgebung: Brotrevolte im Sudan

Aufruf der „Sudanesischen Initiative Österreich“:

Stoppt die mörderische Diktatur!
Kundgebung in Solidarität mit den Protesten des Volkes gegen das brutale Regime von Omar al-Bashir!
Kommt Alle

Erklärung der Antiimperialistischen Koordination (AIK):

Von der Brotrevolte zum Volksaufstand?

Seit Wochen protestieren große Teile des sudanesischen Volkes gehen die Preissteigerungen bei Grundnahrungsmittel und Versorgungsengpässe bei Gütern des täglichen Bedarfs. Es ist die größte Straßenbewegung sein einem halben Jahrhundert. Die Regierung hatte die Preisstützungen gestrichen und damit wichtige Teile der Bevölkerung zur extremen Armut verdammt. Der Langzeitpräsident Bashir reagiert mit extremer Härte und es sind bereits dutzende Tote zu beklagen. Doch nun fordert die Bewegung seinen Rücktritt und die Frage nach einer neuen Regierung und vor allem einem neuen System mit neuer Verfassung wird gestellt. Sudan hat eine lange linke Tradition und die Kräfte für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Antiimperialismus spielen eine wichtige Rolle. Ein mögliches Szenario ist die Machtübernahme der Armee, was nur eine Verschiebung, aber keinen Machtwechsel bedeutet. Wohin die Verschiebung geht, kann von der Bewegung mit beeinflusst werden.

https://www.facebook.com/events/412581256151542/

 

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://orientxxi.info/magazine/article2835
Publication date of original article: 28/12/2018
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=25041

 

Tags: SudanLogische RevoltenDespotismusArabische Revolutionen
 

 
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