TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı

 17/11/2018 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 EDITORIALS & OP-EDS 
EDITORIALS & OP-EDS / Trennung der Kinder von ihren Eltern : eine imperialistische Praxis
Date of publication at Tlaxcala: 01/07/2018
Translations available: Italiano 

Trennung der Kinder von ihren Eltern : eine imperialistische Praxis

Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди

 

Die gewaltsame Trennung der Kinder von ihren Eltern, wie von Donald Trump erneut auf die Bühne der Weltgeschichte katapultiert, ist nichts anderes als eine Neuerfindung einer imperialistischen Praxis, die Jahrhunderte lang immer wieder umgesetzt wurde und typisch für die Kolonialregime des 20. (und auch noch des 21.) Jahrhunderts ist. Und die USA sind Teil dieser kolonialistischen Welt, seit dem Beginn ihrer „Besatzungs- und Weltherrschaftsgeschichte


http://tlaxcala-int.org/upload/gal_18711.jpg

Hierzu schreibt Ron Forthofer: „Die grausame Politik von Trump, die in der Trennung von Migrantenkindern von ihren Eltern besteht, während diese in die USA kamen, um Asyl zu beantragen, verhöhnt die Vorstellung, nach der die US-Regierung die Familie wertschätzt. Bedauerlicherweise blicken die USA auf eine lange und traurige Geschichte der Trennung von Kindern von ihren Eltern zurück. Beispielsweise entrissen die USA amerikanische Indianerkinder ihren Eltern. Auch schwarze Sklavenfamilien wurden oft getrennt.“

Wer imperialistisch denkt - und Trump denkt imperialistisch -  hält seine Kultur für die bessere und nimmt sich das Recht zu entscheiden, wo die Kinder der Anderen, der Untergeordneten, der Feinde, der Untermenschen, der Entmenschlichten zu leben haben und vor allem von wem sie erzogen werden sollen oder auch nicht, falls man das Ziel verfolgt, den Anderen aus der Welt zu schaffen, anstatt ihn zwangsweise in die eigene Kolonialkultur zu integrieren.

Diese Praxis ist im besetzten Palästina an der Tagesordnung. Der kolonialistische Staat Israel nimmt sich das Recht, palästinensische Kinder von ihren Eltern zu trennen, sie ihnen zu entreißen.

Dasselbe war auch während des faschistischen Regimes von General Franco der Fall. Neugeborene Kinder von Oppositionellen wurden als tot erklärt und regimefreundlichen Familien übergeben, damit sie „faschistisches Gedankengut“ durch die Erziehung erhalten.

Wie es im Artikel von Margot Litten auf Deutschlandfunk heißt: „Die Tragödie begann zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs und setzte sich bis in die 90er-Jahre fort. Ursprünglich politisch motiviert, wurde der Babyraub bald zu einem lukrativen Geschäft, in das Ärzte, Anwälte, und vor allem die katholische Kirche verwickelt waren. Man schätzt, dass in spanischen Geburtskliniken mehr als 300.000 Babys verschwanden.“

Genau dieselbe Praxis wurde in Australien mit ein wenig größeren Kindern umgesetzt, die zwar nicht für tot erklärt wurden, aber der Familie gewaltsam weggenommen wurden. Man bezweckte dadurch, das Erbe und die Kultur der Aborigines vollkommen auszulöschen. Kinder sollten auch hier ganz „kolonialistenkonform“ erzogen werden, um ins System zu passen und diesem zu dienen.

Oder denken wir an die Maorikinder, die demselben Schicksal ausgeliefert wurden. Ein und dasselbe erfolgte auch in Kanada mit den Kindern der Indianer.
Wie es im Artikel von SBS News heißt:
„Seit 1974 wurden 150.000 Kinder aus Indianer-, Inuit- und Métis-Familien in Kanada zwangsweise in 139 Internaten „zwangsangemeldet“. Dazu gehörten auch Internate der katholischen Kirche. Dies erfolgte im Auftrag der kanadischen Bundesregierung, mit dem Versuch, diese Kinder in die Gesellschaft zu integrieren“.
Zwangserziehung, Zwangsintegration, Zwangsentkulturisierung, Entmenschlichung und Diebstahl der eigenen Kultur kann man das Ganze nennen.

Aber das Modell des Kolonialstaates Israel unterscheidet sich in einem Aspekt von den anderen hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit genannten Modellen.

Denn der Kolonialstaat Israel möchte die Palästinenser nicht zwangsisraelisieren, sondern auslöschen, aufheben, verschwinden lassen. Die palästinensischen Kinder werden nicht von ihren Eltern getrennt, um zionistisch erzogen zu werden und in den kolonialistischen Staat einverleibt zu werden, sondern um zerstört zu werden, um zu verschwinden, nachdem man ihnen das Recht wegnimmt, mit ihren Familien zu leben.

Das Ziel der Israelis ist die Lüge von Herzl wahr werden zu lassen, und zwar, dass das Land leer ist und man es daher kolonisieren kann, um einen ethnokratischen Judenstaat aufzubauen, der nichts anderes toleriert als sich selbst, sein eigenes Spiegelbild.

Und dieses Spiegelbild ist sicher nicht das der palästinensischen Kinder, die man von ihren Eltern trennt. Denn Israel gleicht wohl eher dem Südafrika der Apartheid. Trennen und zerstören. Entmenschlichen und Völkermord begehen. Menschen teilen und verrecken lassen, um es auf den Punkt zu bringen.

Welches Modell wohl Trump verfolgt, kann man nicht mit Sicherheit behaupten, aber kolonialistisch ist es auf jeden Fall.




Courtesy of ProMosaik
Source: https://promosaik.blogspot.com/2018/07/trennung-der-kindern-von-ihren-eltern.html
Publication date of original article: 01/07/2018
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=23712

 

Tags: FamilientrennungKoloniale PraxisUSAPalästina/Israel
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.