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 25/06/2018 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 CULTURE & COMMUNICATION 
CULTURE & COMMUNICATION / Sex in der Werbung
Date of publication at Tlaxcala: 20/05/2018
Translations available: فارسی 

Sex in der Werbung

Hamid Beheschti حميد بهشتي

 

Sex, der bei Menschen eine immens wichtige Rolle spielt, ist eins der stärksten Mittel, worauf die Werbung zugreift. Daher ist die Werbebranche  auf den Einsatz von Sex angewiesen, so dass die Forderung nach dessen Verzicht für sie fast unannehmbar ist.

1.     Werbung

Werbung ist der Versuch, die Aufmerksamkeit des Publikums auf ein Produkt, eine Dienstleistung, eine Marke, eine Idee oder Gruppe zu erwecken, so dass die Zielpersonen für den Erwerb des Werbeobjekts gewonnen werden, Daher stecken in der Werbung folgende Aspekte:

1-    Das Erwecken der Aufmerksamkeit von Zielpersonen,

2-    Information über das Werbeprodukt,

3-    Entstehen des positiven Eindrucks bei den Zielpersonen für das Werbeobjekt.

Dabei wird Sex für das Erwecken der Aufmerksamkeit eingesetzt und ist ein Mittel. Ein Instrument und die Sexpersonen werden als Mittel zum Zweck instrumentalisiert, eingesetzt. Die Aufmerksamkeit der Menschen, denen die Werbung vor die Augen und an die Ohren kommt, soll auf das Werbeobjekt gelenkt werden und zumindest im Augenblick der Begegnung mit der Werbung sollen sie hinschauen, alles andere für diesen Moment außer Acht lassen. Das Erwecken der Aufmerksamkeit gleicht also der Funktion der Ablenkung von allem anderen, hin zum Werbeobjekt.

2.     Sex

Sex, der in der Natur der Reproduktion der Art dient und bei uns Menschen, die sich von der instinktiven Steuerung ihres Tuns entfernt haben, spielt eine starke Rolle und kann entscheidenden Einfluss auf unser Verhalten haben. Er wirkt beinahe wie ein Magnet und kann bei uns eine anziehende Neigung auslösen, die bei der Werbung zum Einsatz kommt. Die Präsentation eines Autos oder einer Süßigkeit kann mit dem Einsatz von Sex einen positiven Eindruck erwecken.

Ob wir am Ende das Produkt, wegen dessen Eigenschaften aus dem Regal des Supermarkts nehmen, oder der bei uns entstandene Eindruck und die Bekanntheit aus der Werbung uns steuern, wissen wir nicht. Die hübsche Frau oder der schöne Mann, die/der das Shampoo in der Werbung benutzt hat, hat schon den erwünschten Eindruck hinterlassen.

Sex, der bei Menschen eine immens wichtige Rolle spielt, ist eins der stärksten Mittel, worauf die Werbung zugreift. Daher ist die Werbebranche  auf den Einsatz von Sex angewiesen, so dass die Forderung nach dessen Verzicht für sie fast unannehmbar ist. Wieweit die Beeinflussung von Zielpersonen gehen kann, ist für die Werbebranche zweitrangig. Sie haben nur ein Ziel vor Augen: Das Werbeobjekt möglichst gut abzusetzen. Man könnte beinahe sagen, ihnen ist jedes Mittel recht.

Jedenfalls sollen die Zielpersonen in der Wirklichkeit so beeinflusst werden, dass sie das Werbeobjekt erwerben. Ob sie nun das Produkt, die Dienstleistung oder die Idee auch tatsächlich gut finden und brauchen, ob das Werbeobjekt auch ihren Bedarf deckt und ihr Bedürfnis erfüllt und ob der hinterlassene Eindruck den tatsächlichen Eigenschaften des Produkts entspricht und wie lange es hält, ist für die Werbebranche nicht wesentlich.

Sie sind doch Erwachsene, die für sich verantwortlich sind und wissen, was sie brauchen und was nicht, könnte die Werbung argumentieren. Kinder und Jugendliche als Verbraucher? Darüber braucht man sich keine Gedanken zu machen. Ob und wieweit sie dabei beeinflusst werden, darüber dürfen sich ihre Eltern den Kopf zerbrechen.

3.     Information über das Werbeobjekt

Die eigentliche Information über das Produkt spielt bei der Werbung eine untergeordnete Rolle, obwohl eigentlich die Rolle der Werbung aus Verbrauchersicht vermitteln von Informationen über das Werbeobjekt sein sollte, Informationen, die ihnen bei ihrer Entscheidung, welches Produkt sie erwerben, behilflich sein sollte.

Aber soweit kommt es noch, denken sich die Werbemanager. Wer zahlt uns denn? Die Verbraucher oder die Anbieter der Produkte? Sie können überhaupt nicht daran denken, ob das Werbeobjekt nützlich oder haltbar ist, welche tatsächlichen Eigenschaften es hat und ob die Verbraucher dabei in die Irre geführt werden.

Zum Glück gibt es Verbraucherschutzgesetze, die falsche und irreführende Informationen in der Werbung mit Strafe belegen. Und das ist mit ein Grund, weshalb die Werbebranche weitgehend darauf verzichtet und vielmehr auf die Ablenkung und Beeinflussung durch unsachgemäße Angaben und Nebeneffekte, wie den sexuellen Eindruck, setzt. Und hier drängt sich die Frage auf, ob der öffentliche Raum vor Missbrauch geschützt werden soll.

Es gibt schon bereits Bestimmungen, die in dem einen oder anderen Punkt diesen Schutz vorschreiben, wie beim Verbot der antisemitischen Propaganda oder der Aufforderung zur Gewalt. Jedenfalls darf der öffentliche Raum nicht so ausgenutzt werden, dass die persönliche Rechte des einzelnen Bürgers, wie die sexuelle Selbstbestimmung  gebrochen und geschädigt wird.

Sex in der Öffentlichkeit/Werbung

Unter diesem Aspekt sieht der Sexeinsatz in der Werbung etwas anders aus. Die Frage stellt sich, ob die sexuelle Werbung die Einzelnen, insbesondere die Jugendlichen in ihrer Entwicklung nicht negativ beeinträchtigt, ob nicht junge Mädchen dazu animiert werden, ihre wachsenden sexuelle Merkmale zur Schau zu stellen, wodurch die Entwicklung ihrer Persönlichkeit beeinflusst wird; und ob nicht Jungen in ihrer Pubertät vor extremen Problemen bei dem Umgang mit ihrem neu entstehenden Eigenschaften durch die aggressive sexuelle Werbung stehen, die sie bei ihrer Entwicklung hindert?

Was sagt aber die Pädagogik dazu? Soll man die Entwicklung der zügellosen Ekstase der sexuellen Werbung wie schicksalhaft hinnehmen? Welche unparteiischen Studien sind für die Feststellung der Wirkung von sexueller Werbung auf Jugendliche vom Bundestag in Auftrag gegeben und welche Lehren sind daraus gezogen? Nimmt man überhaupt diese Einflüsse ernst und bringt man den Mut auf, der Werbewirtschaft mit all ihren psychologischen Raffinessen entgegen zu treten?





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://tlaxcala-int.org/article.asp?reference=23424
Publication date of original article: 24/04/2018
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=23424

 

Tags: WerbungSexWerbeobjektZielperson
 

 
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