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 22/02/2018 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Ich bin US-amerikanisch, jüdisch und aus Israel/Palästina wegen meines Aktivismus verbannt
Date of publication at Tlaxcala: 03/02/2018
Original: I am USAmerican, Jewish and banned from Israel/Palestine for my activism
Translations available: Français 

Ich bin US-amerikanisch, jüdisch und aus Israel/Palästina wegen meines Aktivismus verbannt

Medea Benjamin

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس  -  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

In diesem Monat verkündete Israel, dass Aktivisten, die 20 Organisationen agehören, einschließlich meiner eigenen, Codepink, aus  Israel und den besetzten palästionensischen Gebiete verbannt werden würden, weil sie BDS unerstützen.

Carlos Latuff

Als Jüdin macht mich dies sehr traurig, weil ich  eine lebenslange Verbindung zu Israel und Palästina  habe. Das vertieft also mein Engagement,  für Frieden und Gleichheit für alle Völker in der Region.

Ich ging vor 50 Jahren das erste Mal nach Israel, direkt nach dem Juni-Krieg 1967. Ich war 16 Jahre alt und verbrachte den Sommer im Kibbuz Ein Gedi, am Toten Meer. Ich liebte den Kibbuz, wo ich Landwirtschaft lernte und gemeinsames Leben und Sozialismus (ja, damals war es ein sozialistischer Kibbuz). Ich lernte allerdings auch die Geringschätzung und den Rassismus vieler Juden kennen, den sie gegenüber Palästinensern und anderen Arabern zeigten.

Ich hatte unter den Arabern Freunde, die mir erzählten, wie der jüdische Staat während seiner Errichtung die Palästinenser ihres Landes enteignete und Millionen zu Flüchtlingen machte, denen es nicht erlaubt war, zurückzukehren und den Palästinensern, die blieben, die Grundrechte verweigerte, so dass sie Bürger zweiter Klasse wurden.

Während der Jahre stand ich in Solidarität mit beiden, den Palästinensern und den Israelis, die versuchten,  eine wahre demokratische Nation aufzubauen. Ich gründete die Gruppe Global Exchange mit, die seit 1990 Delegationen  in die Region mitnahm. Ungleich der meisten  von US organisierten Gruppen trafen sich diese Reisegruppen mit Palästinensern in den besetzten Gebieten. Sie arbeiten zusammen bei der Olivenernte, sie bemühten sich darum, dass nicht weiter palästinensische Häuser durch  Israels ständig wachsende  illegale Siedlungen zerstört werden und treffen Israelis, die die Rechte der Palästinenser verteidigen.

2002 gründeten Jodie Evans und ich  die von Frauen geführte  Friedensgruppe Codepink, um den Krieg im Irak zu stoppen. Wir protestierten gegen die Kriege der USA im Irak und Afghanistan, gegen das Waffengeschäft mit Saudi-Arabia und andere Aspekte von Militarismus. Wir haben  auch den palästinensischen Kampf für Freiheit in unser Programm aufgenommen.

Nach den entsetzlichen Bombardements von Gaza  2009, 2012 und 2014 brachten wir Hunderte Leute in den belagerten Gazastreifen, damit sie Zeugen  des verheerenden  menschlichen Leidens werden  und wichtige  humanitäre Hilfe brachten.  Wir schlossen uns der internationalen  Freedom Flotilla an, die  jedes Jahr seit 2010 Schiffe nach Gaza brachte, um die  von Israel auferlegte Blockade und die Kollektivstrafe von mehr als 1,8 Millionen  Palästinenser zu durchbrechen .

Wir haben die US-Regierung gedrängt, nicht mehr jährlich  3 Milliarden  unserer Steuer-Dollar an die israelische Regierung  an Militärhilfe zu geben. Wir haben mutige Palästinenser wie z.B.  Issa Amro  und die 16-jährige Ahed  Tamimi unterstützt , die lange Gefängnisstrafen für ihre Menschenrechtsaktivitäten verbüßen  müssen .  Wir arbeiteten auch  mit wunderbaren israelischen Gruppen zusammen wie  den Rabbinern für Menschenrechte und  der israelisch-palästinensischen Koalition für Frauen für Frieden.

Als 2005  die palästinensische  Zivilgesellschaft die Weltgemeinschaft dazu aufrief, BDS zu unterstützen, um ihren Kampf um Freiheit,  Gerechtigkeit und Gleichheit zu unterstützen, haben auch wir dies mit unterzeichnet.

Im Laufe der Jahre haben wir uns erfolgreich für Aufklärungskampagnen eingesetzt, z. B. indem wir die Kosmetikfirma AHAVA und SodaStream dazu drängten, ihre Fabriken aus illegalen Siedlungen in der West Bank zu verlegen. Wir setzen uns auch dafür ein, AirBnB und Remax davon abzuhalten, Siedlungshäuser zu mieten und zu verkaufen.

Die palästinensisch geführte BDS-Bewegung arbeitet nachdem Muster der Boykott-Bewegung, die geholfen hat, die Apartheid in Südafrika zu besiegen. Es ist ihr Ziel, gewaltfrei wirtschaftlichen Druck auf Israel auszuüben, bis es seine Besatzung   von allem palästinensischem  1967 erobertem  Land  beendet, den palästinensischen Bürgern Israels die gleichen Rechte gewährt und  die UN-Resolution  194 anerkennt, die das Recht der Rückkehr der palästinensischen von Israel aus ihren Häusern  vertriebenen Flüchtlinge  aufrecht erhält.

Jenseits  der wirtschaftlichen  Auswirkung der Bewegung, hat sie den Diskurs rund um die palästinensische Entrechtung  verwandelt und eine weitere globale  Bewegung  aufgebaut. Von größeren Glaubensgemeinschaften, akademischen  Gesellschaften und Arbeitsgruppen bis hin zu sozialen  Rechtsgruppen wie  Black Lives Matter und Standing Rock bis Popkultur-Ikonen, die  freien Reisen nach Israel nein danke sagen,  die BDS-Bewegung wächst weltweit . Israel versucht immer verzweifelter, sie einzudämmen. Ihre  letzte Bemühung ist  diese Schwarze Liste von 20 Organisationen, die BDS befürworten.

Das neue Verbot kommt  direkt nach den Verhaftungen und Anklagen gewaltloser palästinensischer Aktivisten, die lange Gefängnisstrafen erhalten. Es ist klar, dass Israel , angefeuert von seinen Unterstützern der Trump-Regierung , seine Unterdrückung der Menschenrechtsaktivisten  und Kritiker  verstärkt.

Diese Taktik wird jedoch aus der israelischen Regierung nur weiter einen Pariastaat machen. So wie der ehemalige südafrikanische ANC-Minister Ronnie Kasrils sagte: „Versuche von der ehemaligen südafrikanischen  Apartheidregierung, die BDS-Bewegung zu diskreditieren und zu bedrohen, misslang und ging nach hinten los und  intensivierte nur den internationalen Protest und half nur mit, das ungerechte  Regime fertig zu machen.  Apartheid-Israel folgt auf demselben Weg“.

Angesichts Israels zunehmender drakonischer Versuche, gewaltfreie Aktivisten im In- und Ausland  zu unterdrücken, werden wir  unsere prinzipientreue Arbeit für Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen in Israel/Palästina unterstützen.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/jan/15/i-am-american-jewish-and-banned-from-israel-for-my-activism
Publication date of original article: 19/01/2018
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=22617

 

Tags: BDS Schwarze ListeCodePinkPalästina/Israel
 

 
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