TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı la internacia reto de tradukistoj por la lingva diverso

 25/06/2018 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Der Film „Brasilianisches Palästina“: Freiheit gegen Apartheid
Date of publication at Tlaxcala: 23/01/2018
Original: A Palestina brasileira: Liberdade x Apartheid
Translations available: Français  Italiano  Español 

Der Film „Brasilianisches Palästina“: Freiheit gegen Apartheid

Neusa Maria Pereira

Translated by  Helga Heidrich

 

Ich habe die Premiere des Dokumentarfilms „A PalestinaBrasileira“ (Brasilianisches Palästina), mit Drehbuch und Regie desFilmemachers und Journalisten Omar L. de Barros Filho im Fernsehen angeschaut. Eine zarte, relevante, informative und aktuelle Arbeit, aufgebaut auf empfindsamer Berichte und Erinnerungen der dargestellten Personen, die sich rasch und geschickt abwechseln, indem sie dem Film Rhythmus geben. Fokussiert auf das Leben palästinensischer Familien, die in Rio Grande do Sul wohnen, die aber noch kräftige Wurzeln im besetzten Palästina haben, beweist der Dokumentarfilm den tief liegenden Unterschied zwischen den Existenzen der Immigranten in der Diaspora und der Familienmitglieder und Freunde, die im Heimatland verblieben sind. Er enthüllt ein Freiheitsaufschrei gegen die schockierende Apartheid, der das palästinensische Volk dort unterworfen ist, und das Jahrzehnte hindurch von der Gleichgültigkeit und dem Vorurteil von großem Teil der Welt betroffen ist.

Es handelt sich um eine Überlegung über die unermessliche Distanz zwischen Frieden und Krieg, zwischen Beherrschung und Freiheit, zwischen Hass und tiefes Mitgefühl, zwischen Leben und Tod, letztendlich der ewige Konflikt zwischen Gewalt und Menschlichkeit. Hier in Brasilien diecsolidarische, tolerante und verständnisvolle Gastfreundlichkeit. Das tägliche Erwachen ohne die Schrecken der Bombardierungen, die Heim und Familie zerstören. Hier die günstige Atmosphäre für Wohlstand im Handel, für freie Berufsausübung, für Schule und Studium der Kinder, für den ruhigen Gang durch die Straßen fernab der scharfen Blicke rasender Soldaten. Es bestehen keine Vorurteilsschranken, die Sehnsucht nach der Heimat weicht dem Recht in Frieden zu überleben. Fernab, in Palästina ist die Realität eine andere.

 

Der Dokumentarfilm ist poetisch. Er lässt die Liebenswürdigkeit und die Beharrlichkeit gereizter Lebensläufe durchscheinen, die das Glück wiederfanden, das durch die entwürdigende Invasion verloren wurde. Die Bilder, die Zeugenaussagen und die Erinnerungen veranlassen sie dazu, durch diese durch die Zeit ausgetretenen Wege zu gehen. Sie erinnern an den Ort, wo vielleicht nach der Überlieferung Christus gegangen ist, um die Liebe zu predigen, ein von den Unterdrückern vergessenes Gefühl. Auch diese waren schon Opfer, aber sie bitten diejenigen zur Kasse, die nichts damit zu tun hatten. Die Kamera wandert durch die gefühlte Empörung an den Betonwänden, die trotzig mit Worten  für den Frieden, gegen den Krieg und für die Freiheit bedeckt sind. Eiliger, rustikalerAusdruck eines Volkes, das versucht, gegen diejenigen die sich von allem Heiligen entfernt haben, standzuhalten.

In der Halbwüste, in der die Palästinenser wohnen, gibt es wenig Grünes, das sich in niedrigen, mageren Bäumen äußert, hauptsächlich Olivenbäume, deren Oliven die Nahrung und das Einkommen für tausende Familien garantieren. Aber sogar die Ernte wird durch Verbotsnormen Israels und durch das Vorgehen der israelischen Kolonisten verhindert, die sie erbarmungslos fällen. Aufgrund der Mauern und Checkpoints wirken die Städte nacheinander eingeschüchtert und beunruhigt. Bunte Märkte, die ihre Produkte etwas ungeordnet präsentieren, was aber den Zuschauer durch die Einfachheit und Vielfalt der Menschen die sich dort bewegen, erfreut. Der Film registriert liebende Blicke trotz des Unglücks, Freundschaften, die durch ihre Verbindungen mit der gekreuzigten Heimat, vertieft wurden.

“Brasilianisches Palästina” ist ein Impuls im Kampf gegen die Herrschaft eines Volkes über ein anderes, in der Hoffnung, dass alle Bürger dieser Welt gleich sind.Die Weitwinkelaufnahmen gewähren den Blick über sandfarbene Berge und Täler.Dazu im Kontrast stehen die Schwarz-Weiß-Sequenzen, Ausschnitte aus früheren Kinojournalen, die das frühere, traditionelle Palästina darstellen und die dramatischen Momente der Ankunft der besetzenden Zionisten dokumentieren; bittere Erinnerungen.

Dagegen stehen die Farbbilder, die Licht auf den Wiederaufbau von Leben und Orten werfen. Die Schönheit der Schilderung vertuscht nicht die Traurigkeit und den ständigen Widerstand gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit.Die Filmmusik bezaubert durch die melancholische Zärtlichkeit, die uns in den Sinn kommt und uns bei der realen und zugleich mystischen Reise begleitet. Diese Zärtlichkeit erspart uns die tragischen Bilder des Westjordanlandes und des Gazastreifens. Der belagerte Gazastreifen ist die schlimmste Kulisse für den Kampf um Leben und Tod, den die Palästinenser gegen die Apartheid führen.

Gleich nach der Vorführung des Dokumentars “Brasilianisches Palästina”, zeigte der TV-Kanal Curta! einen Bericht über das Leben von Nelson Mandela, was mir die Parallelitäten zwischen der erlittenen Unterdrückung von Süd-Afrikanern und Palästinensern aufzeigte. Ich hoffe es findet sich jemand, wie Mandela, der den Weg zur Befreiung beschleunigt.Möge der Geist des unvergesslichen Führers über diesem, als heilig bekanntem Land, das durch göttlichem Recht allen gehört, schweben.Aus diesen Gründen gratuliere ich dem Drehbuchautor und Regisseur Omar L. de Barros Filho für dieses Werk mit unschätzbar wertvollen künstlerischen und humanitären Beiträgen.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://www.sul21.com.br/jornal/palestina-brasileira-liberdade-x-apartheid-por-neusa-maria-pereira/
Publication date of original article: 16/01/2018
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=22535

 

Tags: Palästina-BrasilienPalästina/IsraelBrasilianisches PalästinaOmar L. de Barros FilhoRio Grande do SulZionistische Besatzung
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.