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English  
 EDITORIALS & OP-EDS 
EDITORIALS & OP-EDS / Jemen: das Guernica von heute
Date of publication at Tlaxcala: 08/12/2017
Original: Yemen es la Guernica de hoy
Translations available: English  Français  Italiano  فارسی 

Jemen: das Guernica von heute

César Chelala سزار چلالا

Translated by  Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди

 

Am 26. April 1937 befahl General Francisco Franco an einem Markttag den Luftangriff gegen die baskische Stadt Guernica. Die Stadt wurde von den Verbündeten der nationalistischen spanischen Regierung bombardiert, und zwar von der deutschen nazistischen Luftwaffen-Einheit Legion Condor und von der italienischen faschistischen Aviazione Legionaria. Dieser Angriff, mit dem Decknamen Operation Rügen, bei dem Hunderte von Menschen starben, wurde zum Symbol des schmerzenden Schreis gegen das brutale Niedergemetzel unschuldiger Zivilisten. Achtzig Jahre später metzelt man trotz allem noch krimineller als je zuvor die jemenitische Zivilbevölkerung nieder. Und diesmal sind die Täter Saudi-Arabien und seine US-Komplizen.

2015 begann ein Bürgerkrieg zwischen zwei Faktionen, die beide erklärten, die jemenitische Regierung zu vertreten. Die Huthi-Kämpfer, an der Seite des ehemaligen jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh, bekämpften die Streitkräfte der Regierung von Abdrabbo Mansur Hadi. Eine Koalition unter der Führung von Saudi-Arabien begann eine Militäroperation gegen die Huthis und die USA sorgten für  die Logistik und die militärische Unterstützung der Kampagne.

Die Huthi-Rebellen besetzen fast ein Drittel des Jemen und haben das Land über Jahrhunderte regiert. Seit Beginn der Auseinandersetzungen bombardierten die Saudis und ihre Verbündeten unaufhörlich den Marsch der Huthis in Richtung Süden. Und so verursachten sie im Lande eine humanitäre Krise. Tausende von Menschen, worunter zahlreiche Zivilisten, wurden getötet. Andere Tausende wurden dazu gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, um verzweifelt nach Nahrung und Trinkwasser zu suchen.

Die Kontaminierung des Wassers ist das Ergebnis des fast vollständigen Zusammenbruchs des Abwassersystems, der zu einer Choleraepidemie führte, die es in dieser Intensität nie zuvor gegeben hat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr als 815.000 Verdachtsfälle und 2.156 Todesfälle vermerkt. Falls sich die Infektion in derselben Geschwindigkeit wie derzeitig verbreiten sollte, geht man davon aus, dass die Anzahl der angesteckten Personen innerhalb Jahresende die Million überschreiten wird. Heute haben mindestens 20 Millionen Jemeniten – mehr als zwei Drittel der Bevölkerung – weder Zugang zu Trinkwasser noch zu den minimalen hygienischen Bedingungen.

Seit Beginn des Konflikts gibt es einen extremen Notstand. Die Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind, sind nicht mal in der Lage, grundlegende medizinische Versorgung zu leisten. Und infolge der Intensivierung der Kämpfe in bestimmten Regionen gibt es nicht einmal eine Erste Hilfe-Station und die Menschen der angegriffenen Regionen und die Verwandten der Verwundeten müssen unter den Trümmern graben, um die Leichname ihrer Lieben wiederzufinden.

Ein Bericht von Amnesty International - “Yemen: The Forgotten War” – beschreibt das Ergebnis des Angriffs der saudischen Koalition: mehr als 4.600 getötete Zivilisten und mehr als achttausend Verletzte; drei Millionen Obdachlose und 18,8 Millionen Menschen, die humanitäre Hilfe brauchen, und zwar ein Dach über dem Kopf, Wasser, Nahrung, Kraftstoff und Gesundheitsleistungen. Zwei Millionen Kindern wird der Zugang zur Schulbildung verwehrt.

Der Waffenfluss hält aber nicht an. „Ein verantwortungsloser und illegaler Fluss von Waffenlieferungen an die kämpfenden Gruppierungen im Jemen ist direkt verantwortlich für das unerhörte Leid der Zivilisten“, so James Lynch von Amnesty International. Während der Iran die zusammengewürfelte Huthi-Armee weiter unterstützt, heißt es, dass Saudi-Arabien 7 Milliarden Dollar Waffen aus den USA kaufen wird.

In der Zwischenzeit werden die Gesundheitszentren immer noch bombardiert. Das Personal, das im Gesundheitswesen und für humanitäre Zwecke tätig ist, ist dauernde Zielscheibe von Angriffen. In einem Szenario, das dem des Gemäldes Guernica ähnelt, spricht Amal Sabri, ein Mann aus Mokhar, einer Hafenstadt an der jemenitischen Küste am Roten Meer, von einem Luftangriff der Saudis, der 63 Zivilisten ermordete: „Es sah so aus, als wäre der Tag des letzten Gerichtes gekommen. Leichname und abgeschnittene Köpfe lagen zwischen den Flammen und waren von Asche bedeckt.“

Im heutigen  Jemen zeigen uns die Mächtigen dieser Welt, dass sie von Guernica wirklich nichts gelernt haben.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://www.lagaceta.com.ar/nota/754086/opinion/yemen-guernica-hoy.html
Publication date of original article: 05/12/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=22221

 

Tags: Jemen-KriegUSAudienUSAVerbrechen gegen die Menschlichkeit
 

 
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