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 21/04/2018 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
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 EDITORIALS & OP-EDS 
EDITORIALS & OP-EDS / 29. November: 70 Jahre Einsamkeit der Philister
Date of publication at Tlaxcala: 29/11/2017
Original: 29 novembre : 70 ans de solitude des Philistins
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29. November: 70 Jahre Einsamkeit der Philister

TLAXCALA ΤΛΑΞΚΑΛΑ ТЛАКСКАЛА تلاكسكالا 特拉科斯卡拉

 

Sprechen wir mal von einem Land voller Geschichte. Und lassen Sie uns dieses Land mal X nennen. Während drei Jahrtausende hat dieses Land jegliche Art von Angreifern, Besatzern und Befreiern über sich ergehen lassen. Alle oder fast alle haben sich auf eine imaginäre Entität berufen, die verschiedene Namen trug, und die man üblich Gott nennt. Das Reich, nennen wir es Y, zu dem dieses Land am längsten gehörte, hat es über vier Jahrhunderte und ein Jahr kontrolliert. Es folgte ein anderes Reich, das Reicht Z, über dreißig Jahre. Niemand wurde nach seiner Meinung gefragt. X wurde einfach eingenommen. Vor allem hat niemand die Bevölkerung gefragt, was sie davon hielt. Auch Z hat nicht danach gefragt. Aber es konnte auf die Unterstützung Seinesgleichen zählen. Dann ereignete sich etwas ganz Besonderes. Eine Versammlung von Vertretern aus 53 Ländern, die mit X nichts zu tun und auch gar keine Legitimität hatten, um über sein Schicksal zu entscheiden, fassten einen Beschluss, X in 3 Teile zu zerfetzen: in einen Teil für das Volk X, in einen Teil für eine Gruppe von Siedlern aus der Ferne, die sich „Volk“ nannten, was sie nicht waren und die wir hier mal J nennen könnten, und in einen dritten Teil, der als Heilige Stadt unter internationaler Vormundschaft gestellt werden sollte.

Nach 70 Jahren ist und bleibt dieses Land das Sonderbarste dieser Welt. Es ist in drei Stücke aufgeteilt, einem großen, einem mittleren und einem kleinen. Das erste Stück wird vollständig, das zweite fast vollständig und das dritte indirekt vom Staat J kontrolliert. Das dritte Stück ist das größte Konzentrationslager unter offenem Himmel der Erde, das von einem staatsähnlichen, einheimischen Gebilde von X mehr oder weniger verwaltet wird.

Sie haben inzwischen sicher verstanden, dass das Land X Philistin ist, dieses Land der Philister, das dann durch die lateinische Sprache der römischen Besatzer zu Palästina wurde. Y ist das verstorbene Osmanische Reich und Z das britische Kolonialreicht, dieses Monster, über welches die Sonne nie unterging. Und J ist Israel, das sich Jüdischer Staat nennt. Am 29. November 1947 wählten 33 von 53 damals in der UNO vertretene Staaten zu Gunsten der Resolution Nr. 181, die einfach entschied, Palästina in einen jüdischen, einen arabischen und in eine fast-Hauptstadt Jerusalem unter internationaler Kontrolle aufzuteilen. Nach 70 Jahren und einem Dutzend Kriegen ist immer nur ein Punkt dieser Resolution in Kraft, und zwar die Gründung eines Jüdischen Staates.

In diesen 70 Jahren und auch in den 30 Jahren davor wurden die Palästinenser jeglicher Form der Unterdrückung ausgesetzt, die eine Minderheit auf eine mehrheitliche Menschengruppe ausüben kann. Sie haben jegliche Form des Widerstandes und des Kampfes erprobt, den Menschen erfinden und versuchen können, vom friedlichen, harmlosesten Widerstand bis zur verzweifeltesten Form der Gewalt , von dem bewaffneten Kampf im Untergrund bis zur halb-bewaffneten Massenrevolte, über verbale, künstlerische, diplomatische Widerstandsformen, ohne den Widerstand durch Streiks und Boykott zu vergessen. Und all diese Formen waren bis heute erfolglos.

Und dennoch lebt das Volk von X weiter. Es lebt, es denkt, es liebt, es stirbt und es lebt weiter.

Philistin, Spiegel der Welt, du bist Teil des Erbes der Menschheit, versetze uns weiter ins Staunen. Lehre  uns, egal wer und wo wir sind, allem und jedem zum Trotz, zu überleben, in dieser stets  schrumpfenden Welt.

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Courtesy of Tlaxcala
Publication date of original article: 29/11/2017
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Tags: Resolution 181UN-Teilungsplan für PalästinaVNPalästina/Israel
 

 
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