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 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / „Ein Schandfleck über Judentum, jüdischer Geschichte und Ethik“: britische Juden bedauern die Balfour-Erklärung
Date of publication at Tlaxcala: 31/10/2017
Original: ‘A blot on Judaism, Jewish history and ethics’: British Jews regret the Balfour Declaration

„Ein Schandfleck über Judentum, jüdischer Geschichte und Ethik“: britische Juden bedauern die Balfour-Erklärung

Philip Weiss

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Die Gruppe Independent Jewish Voices in Britain (Unabhängige jüdische Stimmen in Großbritannien) hat ein großes neues Video über die Balfour-Erklärung abgegeben, an deren 100. Jahrestag im nächsten Monat gedenkt wird und ruft Großbritannien auf,  mit dem Dokument so umzugehen, dass die palästinensischen Rechte geachtet werden.

Es ist eine äußerst nachdenkliche Präsentation über die problematische Erklärung, die die schneidenden Beurteilungen von  Jaqueline Rose, Avi Shlaim, Brian Klug und Mir Weingarten bietet.

Der größte Teil des Videos beschreibt die Geschichte und die Konsequenzen der Erklärung: den höheren Status, den man im Dokument  den Juden vor den Palästinensern gewährt. (die Palästinenser werden als eine der „existierenden nicht-jüdischen  Gemeinschaften“ zitiert, nicht bei Namen gennant, die  „zivile und religiöse Rechte“ besitzen, während Juden genannt und ihnen nationale Rechte gegeben werden). Die Enteignung der Palästinenser (Shlaim  nennt 730 000 Flüchtlinge der Nakba), die Verdinglichung der jüdischen Religion durch den Zionismus, als eine Art des Glaubens, der mit dem tatsächlichen Land zu tun hat und die Katastrophe des 67er-Krieges und die Besatzung.

Die verschiedenen Stimmen  vereinigen sich zu einem Crescendo und verurteilen die Erklärung persönlich.

Klug sagt: Selbst wenn eure Definition des Judentums national ist, eine von Volkstum (Peoplehood) ist,  „so solltet ihr nur dann eine Flagge hissen, wenn ihr sie mit gutem Gewissen für Gerechtigkeit hissen könnt“.

Rabbi Howard Cooper  betont die Teilung innerhalb der jüdischen Gemeinde. „Da wir uns dem 100. Jahrestag (der Balfour-Erklärung) nähern … ist es wirklich bedeutsam, dass es den  Leuten klar wird, dass es da eine leidenschaftliche Debatte innerhalb der jüdischen Welt rund um Israel gibt“.

Klug: „Die schlimmste Phase der arabisch-jüdischen Konfrontation in modernen  Zeiten beginnt mit der Balfour-Erklärung.“

Rose: „Diese ist für mich eine Tragödie. Die Juden gingen durch ein der schlimmsten Traumata in der Geschichte. Die Tragödie ist, dass sie zu einer anderen historischen Ungerechtigkeit gegenüber einem anderen Volk führt“. Rose erkennt die „ existenzielle Krise, die Juden in Europa erlitten und  ihren legitimen Wunsch nach Selbstbestimmung. Aber sie sagt, dass „der Sinn für Gerechtigkeit, der auch ein Teil der jüdischen Geschichte ist“, es jetzt zum Imperativ macht, dass Juden jetzt  dies laut und deutlich aussprechen.

Shlaim: „Großbritannien sollte eine ehrliche Erklärung über  sein Versagen beim Schutz der palästinensischen Rechte abgeben. Und Großbritannien sollte mit der Tatsache klarkommen, dass es eine zionistische Minderheit in die Lage versetzte, systematisch ein ganzes Land zu übernehmen. Da gibt es nichts zu feiern“.

Klug: „Wir brauchen eine Zukunft, die für jeden sorgt und das steht nicht in der Balfour-Erklärung. Was da gefeiert wird, ist ein Dokument, das in die falsche Richtung für jegliche lebensfähigen Zukunft für alle Menschen zeigt, die in Palästina und Israel leben“.

Mir Weingarten, die in der israelischen Armee gedient hat und dies bedauert, sagt: nichts wird sich ändern, bis  die Erklärung aufgelöst wird und den Israelis beigebracht wird, dass die Palästinenser Rechte haben. Balfour wird in triumphaler Weise in Israel dargestellt, doch die Israelis können nicht sehen, dass andere Menschen auch Menschen mit Rechten sind.

Antony Lerman: „Dies ist ein Schandfleck auf dem Judentum, auf der jüdischen Geschichte und der jüdischen Ethik. Was mit der Balfour-Erklärung kam, ist etwas, über das sich Juden  schämen sollten. Und wir sollten in der Lage sein, etwas zu tun, das die Sache richtigstellt: wir sollten den Palästinensern die Rechte geben, die sie verdienen“.

Während der junge Barnaby Raine sagte: Wir sehen eine bedeutende Veränderung im jüdischen Leben. Es gibt eine Kluft zwischen den Generationen; junge Juden sehen eine „klaffende Ausnahme“ in den jüdischen Werten, mit den Marginalisierten zu stehen, wenn es um die Behandlung der Palästinenser geht.

Meine Bedenken über den historischen Inhalt des Video sind die Bedenken über die Balfour-Konferenz  in Princeton im letzten Mai:  sie ließ den Glauben über den Teil der imperialen Macht außen vor und zwar  in der Rolle des jüdischen Einflusses während des Weltkrieges, der Bedarf der imperialen Führer, Juden auf ihre Seite als Aktivposten zu bekommen. Rose nannte drei Gründe für die koloniale Erklärung/ imperiale Motivation, um einen Fuß im Nahen Osten zu haben; Antisemitismus (um die britischen Juden los zu werden); und „auch Achtung  vor dem Minderheitenstatus“. Kein Wort über die jüdische Agentur zu tun; es wird nichts davon erwähnt, dass die Deutschen und die Britten bei der jüdischen Unterstützung im Wettbewerb miteinander standen; kein Wort über die Rolle der jüdischen Finanziers  bei der Befreiung von Juden aus Osteuropa, einschließlich meine Großeltern. Und was den kolonialen Impuls betrifft, wollten die Briten 1947  aus Palästina raus. Aber die jüdische Unterstützung für den Zionismus und das westliche jüdische Lobbying in ihrem Auftrag, oft mit Involvierung großer politischen Spender, besteht bis heute.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://mondoweiss.net/2017/10/judaism-history-declaration/
Publication date of original article: 10/10/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=21961

 

Tags: Balfour-ErklärungUnabhängige jüdische StimmenGroßbritannien-PalästinaPalästina/Israel
 

 
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