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 21/11/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Israels Wahrheitsministerin
Date of publication at Tlaxcala: 07/09/2017
Original: Israel's Minister of Truth

Israels Wahrheitsministerin

Gideon Levy جدعون ليفي גדעון לוי

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس  -  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Israels Justizministerin Ayelet Shaked sagte laut und klar die Wahrheit: Der Zionismus widerspricht den Menschenrechten und ist also tatsächlich eine ultra-nationalistische, kolonialistische und vielleicht rassistische Bewegung.

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Ayelet Shaked bei der Konferenz des israelischen Anwaltsverbands am 29. August 2017 in Tel Aviv, während welcher sie einen Beschluss des Obersten Gerichtshofs stark angriff, der die Abschiebung afrikanischer Asylsuchenden begrenzt. Foto David Bachar

Danke Ayelet Shaked dafür, dass du die Wahrheit gesagt hast. Danke, dass du offen und ehrlich gesprochen hast. Die Justizministerin hat wieder bewiesen, dass Israels extreme Rechte besser ist, als die Betrüger der linken Mitte. Sie spricht aufrichtig.

Wenn Chaim Herzog 1975  eine Kopie der UN-Resolution 3379 der UN-General-Versammlung, die den Zionismus mit Rassismus gleich setzte, dramatisch zerrissen hat, hat die Justizministerin jetzt  die Wahrheit dieser Resolution zugegeben (später wurde sie zurückgenommen). Shaked sagte laut und deutlich: Der Zionismus widerspricht den Menschenrechten und ist also in der Tat eine ultra-nationalistische, kolonialistische und vielleicht sogar rassistische Bewegung wie  Befürworter der Justiz weltweit behaupten.

Shaked zieht den Zionismus den Menschenrechten, der ultimativen universalen Gerechtigkeit  vor. Sie ist davon überzeugt, dass wir eine andere Art von Gerechtigkeit haben, die der universalen Gerechtigkeit überlegen ist. Zionismus über alles. Das hat man schon gehört, in anderen Sprachen und von anderen nationalistischen Bewegungen.

Hätte Shaked nicht diese zwei Grundsätze gegeneinander gestellt, würden wir weiter geglaubt haben, was uns seit der Kindheit eingetrichtert wurde: Der Zionismus ist eine gerechte, moralisch einwandfreie Bewegung. Er heiligt Gleichheit  und Gerechtigkeit: man sehe sich nur unsere Unabhängigkeitserklärung an!  Wir haben memoriert: „Die einzige Demokratie im Nahen Osten,“, Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“, „ im jüdischen Staat ist jeder gleich“, wir haben über den Arabischen Obersten Gerichtshof und den drusischen Kabinettsminister gelernt. Was könnten wir noch fragen? Alles ist so gerecht, so gleich, man könnte schreien.

Falls dies alles wahr wäre, würde Shaked keinen Grund haben, den Zionismus gegenüber den Menschenrechten zu verteidigen. Für Shaked und die Rechte ist die Debatte über Menschen- und zivile Rechte anti-zionistisch, ja sogar anti-semitisch. Sie versucht, den jüdischen Staat zu unterminieren und zu zerstören.

Daher glaubt Shaked, wie so viele rund um die Welt, dass Israel auf Ungerechtigkeit aufgebaut sei – darum muss es vor der feindseligen Rede über Gerechtigkeit verteidigt werden. Wie kann die  Abscheu, über Rechte zu diskutieren, noch erklärt werden? Die individuellen Rechte sind wichtig, sagt sie, aber nicht, wenn sie von den  „zionistischen Herausforderungen“ abgetrennt werden. Noch einmal: Die zionistischen  Herausforderungen stehen im Widerspruch zu den Menschenrechten.

Welche sind  heute die zionistischen Herausforderungen? Das „Judaisieren“ des Negev und Galiläas; die „Eindringlinge“ entfernen, Israels jüdischen Charakter pflegen und die jüdische Mehrheit bewahren. Die Besatzung, die Siedlungen, der Kult der Sicherheit, die Armee – die vor allem eine Besatzungsarmee ist -  das ist der Zionismus von 2017. All seine Komponente stehen im Gegensatz zur Gerechtigkeit. Nachdem uns erzählt wurde, dass der Zionismus und die Gerechtigkeit  identische Zwillinge sind, dass keine nationale Bewegung gerechter ist als der Zionismus, sagte Shaked genau das Gegenteil: Der Zionismus ist nicht gerecht, er widerspricht der Gerechtigkeit, doch sollen wir an ihm festhalten und ihn der Gerechtigkeit vorziehen, weil er unsere Identität, unsere Geschichte und unsere nationale Mission ist. Kein Aktivist der BDS-Bewegung würde es schärfer ausdrücken. Doch keine Nation hat das Recht, die universalen Prinzipien  verächtlich zurückzuweisen und ihre eigenen Prinzipien zu erfinden, die den Tag Nacht, die Besatzung gerecht und Diskriminierung  Gleichheit nennen.

Der Zionismus ist Israels fundamentale Religion und wie in jeder Religion ist ihre Leugnung verboten. In Israel sind „Nicht-Zionist“ oder „Anti-Zionist“ keine Beleidigungen. Sie sind soziale Vertreibungsorder. So etwas gibt es in keiner freien Gesellschaft. Aber nachdem jetzt Shaked den Zionismus entlarvt und die Wahrheit zugegeben hat, können wir endlich freier über den Zionismus nachdenken. Wir können zugeben, dass das Recht der Juden auf einen Staat dem Recht der Palästinenser auf ihr Land widerspricht und dass der rechtschaffene Zionismus zu einem schrecklichen Unrecht führte, das niemals wiedergutgemacht wurde; dass es Wege gibt, um diesen Widerspruch zu lösen und dafür zu büßen, aber die zionistischen Israelis werden  damit nicht  einverstanden sein.

Jetzt ist es Zeit für eine neue mutigere und ehrenhaftere Spaltung zwischen jenen Israelis, die mit Shakeds Erklärung  übereinstimmen und denen, die nicht damit einverstanden sind. Zwischen Unterstützern des Zionismus und Unterstützern der Gerechtigkeit, zwischen Zionisten und Gerechten. Shaked lieferte keine dritte Option. 

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.809867
Publication date of original article: 31/08/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=21448

 

Tags: Ayelet ShakedMenschenrechteZionismusPalästina/Israel
 

 
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