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 20/10/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Israels Grenzpolizei: Sieger im Grausamkeitswettbewerb
Date of publication at Tlaxcala: 06/08/2017
Original: Israel's Border Police: Winner of the Cruelty Competition

Israels Grenzpolizei: Sieger im Grausamkeitswettbewerb

Amira Hass عميرة هاس עמירה הס

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس  -  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Die Grenzpolizei und die reguläre Polizei sehen abscheulich aus, mit ihren Kugeln, Schaumkugeln, Tränengaskanister n und  Blendgranaten voll bedeckt,  ganz zu schweigen von  ihren schwarzen Schienbeinschonern. Sie zielen  mit ihren langen Gewehren  auf Gruppen von Anbetern in Jerusalem.



Grenzpolizisten am Löwentor in der Alstadt; Foto  Olivier Fitoussi

In der Nähe von Bab al-Huta, von dem man  hinunter zum Löwentor geht,  standen  solch bewaffnete Männer in grauen Uniformen auf dem Dach  eines einstöckigen Hauses, jeder mit  einem Fuß auf der Brüstung.  Alle drei zielten mit ihren Gewehren auf Dutzende von Männern und Frauen, die dicht zusammen auf dem Asphalt saßen und auf den Aufruf  des Muezzins zum Gebet warteten.

Und vielleicht noch erschreckender als der Anblick der Polizei und der Grenzpolizei  ist ihr arrogantes, befremdetes und feindseliges, höhnisches Grinsen den Palästinensern  gegenüber – es ist das israelische Entzücken über die eigene Attraktivität, ihr Heldentum und ihre „Anmut“.

Die wirklichen Helden sind natürlich die Palästinenser. Es ist Heldentum, im ständigem Schatten  von Leuten in grauen Uniformen und Munitionsgürteln zu leben ( und im Schatten der Armee enteignender Amtsträger und Siedler, die von der Polizei beschützt werden.)

Am Freitag, vor Mittag kamen diese Helden noch einmal en masse zusammen, um zu beten – trotz der zielenden Gewehre und dem Wissen, sie könnten sich leicht in Gegenden befinden, in denen Schaumkugeln und Gummi-ummantelte Metallkugeln auf sie abgeschossen werden könnten.

Tatsächlich berichteten Augenzeugen aus verschiedenen Zonen, wo an diesem Tag  „Zusammenstöße“ ausbrachen, dass direkt nach dem Gebet die Polizei  eine oder zwei Blendgranaten  abfeuerte. Kein Stein war auf sie geworfen worden. Es ist die  Art und Weise der Polizei zu sagen: „Jallah, geht nach Hause, die Schau ist zu Ende.“ Aber in unsern Medien wird das palästinensische Heldentum  immer „Randalieren“ genannt und die israelische Kriegslust ist immer nur eine Reaktion.

Mit typischer  Lässigkeit atmen israelische Journalisten erleichtert (vor dem tödlichen Angriff in der Westbank-Siedlung von Halamisch Freitagnacht) auf, weil die  „palästinensischen Randale“  durch das Töten  von drei jungen Palästinenser und dem Verwunden hunderter anderer „eingedämmt worden ist“  (Die Bewohner wurden aufgerufen im Al-Makassed-Krankenhaus Blut zu spenden.)

Die drei  getöteten Palästinenser wurden erwähnt, aber das Trauern, das Leid der Familien, die Blutlachen, die dort blieben, wo sie hinfielen, die würgende israelische Gewalt – keine davon wurde  in die Ermittlungen, in die Kurzberichte unserer  Medien eingeschlossen. Deshalb betonen wir die Grausamkeit des Angriffes in Halamisch als ein weiteres entscheidendes Beweis für die verächtliche  Natur unserer Feinde.

Unsere eigene  Grausamkeit –  in jedem Moment, an jedem Tag, Monat um Monat, Jahr um Jahr – stört uns nicht. Solange unsere Grausamkeit unser gewöhnlich gutes Leben garantiert, ist sie legitim.

Die Israelis können nicht die Hässlichkeit und die abscheuliche  Natur der Grenzpolizei und der Polizei sehen, die die Straßen von Jerusalems Altstadt füllen . Und an den Checkpoints fragen sie die alten Leute, deren Eltern und Großeltern schon in der Stadt geboren wurden: „ Woher kommst Du? Zeig uns deinen Ausweis.“ Es ist beleidigend. Grausam.  Wir sollten aber nichts anderes von einer fremden, Zwangsherrschaft erwarten.

„Wie demütigend ist es, wenn ein Polizist aus Äthiopien oder Russland mich fragt:  ‚Wo kommst du her? Zeig uns deine Papiere‘, sagte ein älterer Mann zu mir, als er am Rande seines Ladens unter seiner Wohnung in der Al-Wad –Hagai)-Straße saß, um dort zu beten – in der Nähe des afrikanischen  Stadtteils vor Bab al-Majlis (Ratstor).

„Alle Polizisten hier sind Araber“, sagte ein anderer älterer Mann, der in die  Altstadt kam und  seinen Ausweis  bei verschiedenen  Inspektionen zeigen musste, um zu beweisen, dass er über 50 war. Dies war  wild übertrieben, wie auch die Kalotten, die viele Polizisten trugen.

Um 11 Uhr morgens, etwa anderthalb Stunden vor Beginn des großen Gebetes zog die Polizei Kartons mit Vesperbroten und Wasserflaschen  von Platz zu Platz. Sie verteilten sie an alle Polizei-Posten.  Siedler, die mitten im Muslim-Viertel leben, fragten, ob sie etwas Heißes essen würden.

Andere Polizisten standen in der Nähe ihrer Position und unterhielten sich  in freundlicher und jovialer Weise  mit israelischen Besuchern, die auf dem Weg zur Westmauer waren.

Am Checkpoint vor dem afrikanischen Stadtteil stand eine große Gruppe in schwarz gekleideter  Polizisten, die die vorbeigehenden  ausfilterten. Der Stadtteil führt zur  Al-Aqsa-Moschee. „Nur Muslime“, sagte ein Polizist. „Man darf zum Tempelberg  vom Sonntag bis Donnerstag über Bab al-Magharbeh (Maghrebiner-Tor)  gehen.“

Ich versuchte zu erklären, dass ich einen  Bekannten im afrikanischen  Stadtteil besuchen, und nicht  die Moschee betreten wollte. Er hielt sich an seine Dienstanweisungen: Das Durchgehen hier ist nur Muslimen erlaubt. „Und was ist mit jenen, die hier muslimische Freunde haben? Dürfen sie keine muslimische Freunde haben?“ fragte ich. Seine Antwort: „Ich sagte nicht, dass dies nicht erlaubt sei. Lass sie zu dir herauskommen und du kannst sie draußen treffen.“

Ich dachte, das Filtern würde nur zu Gebetszeiten stattfinden und ich würde  zurückkehren, wenn diese vorbei ist.  Und noch einmal erklärte ein Polizist, das Befehl sei: „ nur für Muslime“. Der erste  Polizist kreuzte wieder auf und  maßregelte mich, dass ich wieder auftauchte und wiederholte, dass ich den Tempelberg an den und den Tagen nur über das Maghrebiner-Tor betreten dürfe.

Also fragte ich: Seit wann ist es verboten, das afrikanische Stadtviertel zu betreten? Der zweite Polizist sagte, das sei so seit ewigen Zeiten. Ich sagte nein, das stimmt nicht; schließlich habe ich meinen Bekannten in der Vergangenheit  von hier aus besucht.

„Dies sind unsere Befehle“, sagte er.  „Geh weg, wir werden dich sonst verhaften, weil du  einen Polizisten gestört hast, während er hier Dienst tut. Geh weg!“ Seine Stimme wurde lauter; ich wollte ihre Namen wissen, die nicht – wie erforderlich – auf Abzeichen an ihren Hemden zu lesen waren.

Wir fotografieren dich, drohten sie. Ihr Partner  erklärte, dass er Bilder aufgenommen habe.  Kein Problem, antwortete ich. Ich habe keinerlei Verbrechen begangen. Sie nahmen ihre Papiere heraus. Sie hatten arabische Namen.

Auch das ist Grausamkeit: die arabische Gesellschaft Israels so zu konstruieren, dass ihre Söhne darin übereinstimmen, an der Unterdrückung ihrer Brüder teilzunehmen.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.802997
Publication date of original article: 24/07/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=21154

 

Tags: Jerusalem/Al-QudsZugang zum Haram Asch-ScharifZionistische BesatzungLogische RevoltenPalästinensischer WiderstandPalästina/Israel
 

 
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