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 21/11/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Europa beginnt, Israel satt zu haben
Date of publication at Tlaxcala: 12/05/2017
Original: Europe is beginning to tire of Israel
Translations available: Español 

Europa beginnt, Israel satt zu haben

Zeev Sternhell זאב שטרנהל

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Erst wenn die Israelis  beginnen, zu spüren, dass sie in Europa nicht länger  als  Gleiche wegen der Besatzung willkommen sind, wird dies das Hauptproblem bei  Wahlen werden.

Nicht nur Breaking the Silence und B‘tselem, sondern alle Menschenrechtsgruppen sollten dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und seinen Gefolgsleuten, Kultur- und Sportministerin Miri Regev und Stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely dankbar sein, dass sie auf der Weltbühne zu Schlüsselfiguren in der israelischen Politik gemacht wurden. Die Treffen dieser Gruppen mit ausländischen Diplomaten zeigen auch, dass die Außenwelt, Regierungen und ebenso Medien der israelischen zivilen Gesellschaft größere Glaubwürdigkeit zumessen als Regierungssprechern.

Netanjahu und Siegmar Gabriel, von Rainer Hachfeld, Neues Deutschland

In ihren Aktionen und Worten enthüllen Netanjahu und seine Lakaien  nicht nur  ihre tiefe Verachtung für  die Demokratie, eine Sünde aller im israelischen rechten Flügel,  sondern auch  noch einmal demonstrieren, dass der einzige Weg, die israelische Politik zu beeinflussen, durch Druck von  außen ist. In andern Worten, was nicht mit Druck funktioniert, wirkt mit mehr Druck. Bevor Deutschland und sein  zurückgewiesener Außenminister war das kleine Belgien, das sich auch nicht  von Netanjahus schlechten Manieren abschrecken ließ, und so wird es auch mit andern westeuropäischen Ländern sein. Sie teilen eine  resolute Einstellung: Die Besatzung ist illegal und illegitim und wird von niemandem außer  von der israelischen Rechten, einschließlich Präsident Donald Trumps USA nicht anerkannt.

Die Auseinandersetzung mit Deutschland zeigte, dass die Welt beginnt, von Israel   und sein frommes Getue  und schlüpfrigen mit Olivenöl ummantelte Argumente überdrüssig zu sein, auch von seiner Blindheit gegenüber dem palästinensischen Leiden und der Gleichgültigkeit gegenüber ihren Menschenrechten, seinem Zynismus hinsichtlich der Apartheid in den seit 1967 besetzten Gebieten. Deshalb  muss eine andere Frage von entscheidender Bedeutung gestellt werden: über das Ausmaß, in wie weit jeder israelische Bürger persönliche Verantwortung für all das trägt, was in den (besetzten) Gebieten geschieht. Die Besatzung ist nicht nur die Sache von ideologisch getriebenen Siedlern, fanatischen Westbank-Rabbinern und „Hügelspitze-Rowdys“ und nicht nur  der Juden, die wegen der Vorteile oder der Notwendigkeit, wegen der Arbeit oder des billigen Wohnens willen in den Gebieten leben wollen. Die Besatzung liegt innerhalb des Bereiches persönlicher Verantwortung von einem Jeden von uns. Wir sind alle schuldig, weil  wir alle es erlaubten, sich zu entwickeln; Wir kämpften nicht dafür oder erhoben uns dagegen, und die meisten von uns unterstützen es praktisch sogar, als wir für die Arbeitspartei von Shimon Peres stimmten, dem Schirmherr der Elon Moreh-Siedlung. Damals wäre es relativ leicht gewesen, die  Besatzung auszuschalten, aber zu viele von uns sahen die Besatzung als eine Fortsetzung der traditionellen zionistischen Aktivität, das Land zu übernehmen .

Jetzt 50 Jahre nach dem Juni 1967 leben wir alle ziemlich gut mit den Siedlungen, da keiner von uns davon verletzt wurde. Keinem Israeli ist bis jetzt der Eintritt in irgendein Land verweigert worden, weil er ein Komplize des Apartheid-Regime in den Gebieten sei. So lang es möglich ist, Waren aus den Gebieten zu exportieren, offen oder anders , werden die Proteste in Europas Hauptstädten unwirksam sein.

Tatsächlich so lang wie jeder anerkennt, dass Israelis nicht persönlich in ihrem Portemonnaie und ihrerr Bequemlichkeit betroffen sind, solange sie zum Beispiel übers Wochenende nach London fliegen können, um eine gute Show oder ein anständiges Fußballspiel zu sehen, werden sie keinen Grund haben, sich über Pläne aufzuregen, das Land zwischen Jerusalem und Ma’ala Adumim zu annektieren. Wenn aber ein Besuch in Europa ein monatelanges Warten auf ein teures Visum* bedeuten würde, würden wir Israelis vielleicht beginnen, in Bezug auf  Nutzen gegen Kosten nachzudenken.

Die Schlussfolgerung ist, dass erst, wenn Israelis zu spüren beginnen, sie sind in Europa nicht mehr als Gleiche willkommen und zwar wegen der Besatzung und der Besiedlung von besetztem Gebiet, wird die Besatzung in unsere Tagesordnung eindringen und die Hauptfrage bei den Wahlen sein. Erst dann wird die erbärmliche „Opposition“  gezwungen sein, zu entscheiden: zwischen  Kämpfen für unsere Zukunft und die Demagogie weiterführen, während man sich selbst in seiner Inkonsequenz verhüllt.

* Die Inhaber israelischer  Pässe brauchen kein Visum für den Schengen-Raum oder Großbritannien, im Gegensatz zu Bürgern aus den meisten außereuropäischen Ländern, die 60 € (Schengen) oder zwischen 125 und 1100 € (Großbritannien) zahlen müssen, die nicht zurückerstattet werden wenn der Antrag abgelehnt wird [Tlaxcalas Anm.]

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.haaretz.com/misc/article-print-page/premium-1.787390
Publication date of original article: 05/05/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=20472

 

Tags: Europa-IsraelZionistische BesatzungPalästina/Israel
 

 
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