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 27/05/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Israel: Warum ich mein Kind am Holocaust-Tag vom Kindergarten fernhalte
Date of publication at Tlaxcala: 07/05/2017
Original: Why I’m keeping my child home from kindergarten in Israel on Holocaust Day

Israel: Warum ich mein Kind am Holocaust-Tag vom Kindergarten fernhalte

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Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

I.ist der Anfangsbuchstabe  des Namens einer Norwegerin, die in Israel lebt. I. hat dies in den sozialen Medien geschrieben und mir erlaubt, es auf Mondoweiss zu veröffentlichen.

Am Sonntag d. 23. April  begann  der  Jom haScho’a  (Tag des Gedenkens an Holocaust und Heldentum) in Israel. Heute (Montag, d. 24.4.2017)  um zehn Uhr  heulten die  Luftschutzsirenen  zwei Minuten lang. Eindringlich?  Ja, aber nicht aus den rechten Gründen, meiner Meinung nach.

Eine Kindergartenklasse und ihre Lehrerin in Jerusalem hören den Sirenen zu, die den Holocaust-Tag in Israel 2016 markieren. Foto Ellen Krosney / NPR

Das Bildungsministerium in Israel hat entschieden, dass der Schoa/Holocaust-Gedenktag in Israel so wesentlich ist, dass Kinder ab drei Jahren im Kindergarten  davon erfahren sollen.

Als ich die Kindergärtnerin vom Kindergarten meiner Tochter danach fragte, sagte sie, sie würde bevorzugen, diesen Stoff nicht im Kindergarten zu bringen. Aber die Inspektoren würden prüfen, ob der Lehrplan gefolgt wird. Also muss sie es tun. Der Lehrplan ist präzise. Jedes Alter soll Alter-passende Information bekommen. Für dreijährige Kinder klingt es  so:  Vor langer Zeit ist etwas Schreckliches   in einem weit entfernten Land geschehen. Es starben viele Menschen. Aber hier in Israel sind wir sicher. Die Sirenen heulen, damit wir an die Menschen, die dort starben, denken.

Der Lehrplan wurde in den letzten Jahren noch präziser, nachdem einige Lehrer es übertrieben hatten und die Kinder mit einem gelben Stern an ihrer Kleidung von der Schule nach Hause kamen und großer Angst vor speziellen Zügen. Jetzt ist er gestrafft worden und obligatorisch für alle Institutionen, die Kinder betreuen.

Wegen der Entscheidung, die andere Leute machten, wann und wie es angebracht ist, dass unser Kind vom Genozid erfährt, wählten wir, das Kind gestern und heute zu Hause zu behalten. Wir wollen, dass unser Kind erfährt, was Ungerechtigkeit ist und lernt moralisch und kritisch zu denken und mutig wird.  Wir wollen, dass es  aufwächst und stark wird, und fair, freundlich  und sicher. Und wir denken, dass sie es nicht von verschwommenen Gefahren in ferner Vergangenheit lernen wird.

Heute Abend beginnen eine Reihe Feiertage, die für Kinder in ganz Israel das Fundament  für Nationalismus bilden.

Zunächst Jom haScho’a , der Holocaust-Tag oder „ Was sie uns tun können, wenn wir nicht wachsam sind“. Die Anwendung von Sirenen, anstelle von Gebeten, damit sie den Schrecken empfinden

Dann Jom haZikaron (1. Mai), der Trauertag für die gefallenen Soldaten und die Opfer des Terrors. Das ist ein Tag, an dem wir an die Soldaten denken, die sich für uns und unsere Sicherheit geopfert haben.  Auch an jenem Tag heulen die Sirenen und alle bleiben stehen und halten ihre Autos an, bei einem Klang, der vor nicht so lange her „Sucht Schutz, es kommen Missile“ bedeutete. Aber was soll ein Kind damit?

Und um abzuschließen gibt es Jom haAtzma’ut, Israels Unabhängigkeitstag (am 2. Mai), der mit Barbecues gefeiert wird und vielen verschiedenen Flugzeugen, Helikoptern und anderen Kriegsmaschinen über uns und vielen israelischen Flaggen an Autos, an Rädern, Flaggen auf den Kindern, gemalt auf ihren Gesichtern. Blauweiße Zuckerwatte. Jom haAtzma’ut hat im Arabischen einen anderen Namen, Yum-al-Naqba. Doch das Erwähnen dieses Namens in der Klasse könnte dem Lehrer Probleme bringen.

 

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://mondoweiss.net/2017/04/keeping-school-holocaust/
Publication date of original article: 24/04/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=20437

 

Tags: Holocaust-TagPalästina/Israel
 

 
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