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 27/05/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 CULTURE & COMMUNICATION 
CULTURE & COMMUNICATION / Wie zionistischer Terror das Schicksal Palästinas bestimmte
State of Terror, von Thomas Suárez: Buchrezension
Date of publication at Tlaxcala: 06/05/2017
Original: How Zionist terrorism determined Palestine’s fate
Book Review of State of Terror, by Thomas Suárez

Translations available: Français 

Wie zionistischer Terror das Schicksal Palästinas bestimmte
State of Terror, von Thomas Suárez: Buchrezension

Rod Such

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Das Spielbuch der israelischen  Propaganda versucht, den palästinensischen Befreiungskampf als eine Frage des Terrors, nicht des Territoriums hinzustellen.  Dank der pflichtbewussten  Medien hat diese Bemühung, die Palästinenser als Terroristen  hinzustellen, eine bedeutende Zugkraft auf gewisse Zielgruppen gehabt.

Aber wie kam Terrorismus nach Palästina und was waren seine Folgen, historisch und heute?

Thomas Suárez wirft in seinem Buch  State of Terror: How Terrorism Created Modern Israel („Terrorstaat: wie Terrorismus das moderne Israel schuf“)  ein neues Licht auf diese Fragen. Er macht dies größtenteils durch  sorgfältiges Durchgehen von bisherig vernachlässigten  freigegebenen Dokumenten aus den britischen National-Archiven, die die Periode des britischen Mandats über Palästina  (1920 – 1948) umfassen.

Suárez Hauptthese ist, dass zionistischer Terrorismus „letztlich den Lauf der Ereignisse während des Mandats diktierte: es ist israelischer Staatsterror, der  heute noch das Geschehen  diktiert“.

Der Autor mahnt, dass er, während er unmissverständlich den palästinensischen  Terrorismus gegen  Zivilisten verurteilt,  anerkennt, dass einige auf Grund einer asymmetrischen Macht  zu extremen Maßnahmen greifen: z.B. als Reaktion auf Versuche, das palästinensische Volk zu unterwerfen und seine Ressourcen, sein Land und seine Arbeit zu enteignen.

Zionistischer Terrorismus hatte das Ziel, palästinensische Araber daran zu hindern, ihr Recht auf Selbstbestimmung auszuüben, meint der Autor. Und wenn  einem Aggressor Widerstand begegnet,  kann er kaum  Selbstverteidigung als  Rechtfertigung für seine eigenen Gewaltakte  nennen. „Ansonsten würden alle Aggressionen selbst-gerechtfertigt“, schreibt Suárez.

Suárez  ist kein  professioneller Historiker. Doch  State of- terror“ ist von solchen  Menschen  wie dem israelischen Historiker Ilan Pappe  gepriesen worden, der auf dem Bucheinband es eine „Meisterleistung“  nennt und  „die erste  umfassende und strukturierte Analyse“ der Gewalt, die von der zionistischen Bewegung  vor und nach der Gründung Israels angewandt wurde.  Tatsächlich ist Suárez’ Gelehrsamkeit  beeindruckend. Das Buch umfasst fast 700 Fußnoten, die hauptsächlich auf Original-Quellen hinweisen.

Aufschlussreiche Meditation

Im besten Fall ist das Buch „State of Terror“ eine aufschlussreiche Meditation über  Geschichte. Dies ist in den Anfangskapiteln  besonders offensichtlich, die die Periode, die zum britischen Mandat führt und zur Erteilung der Balfour-Erklärung 1917 behandeln, in der Großbritannien ein „nationales Heim“ für die Juden verordnete.

Suárez bietet eine eindringliche Analyse von den Wurzeln der zionistischen Ideologie, die nicht nur ihre rassistische Untermauerung und kolonialistische  Haltung gegenüber den Arabern zeigt , sondern auch einen Versuch macht,  ihre politische, religiöse und  kulturelle Vorherrschaft über das jüdische Volk auszuüben. In gewissem Sinn deckt  Suárez den politischen Zionismus als eine Form des Antisemitismus und eine Art von Totalitarismus auf.

Die zionistische Misshandlung von Juden ist ein Unterthema, das durch Suárez Bericht läuft.  Die frühen zionistischen Führer versuchten, Juden eher als eine „Rasse“  und eine „Nationalität“ hinzustellen, denn als ein Volk des Glaubens  und der ethnischen Identität. Zionistische Führer wie David Ben Gurion behaupteten, die Juden seien „verpflichtet  in Palästina zu siedeln“.

Suárez zitiert einen frühen Opponenten des Zionismus, den englisch-jüdischen Journalisten und Historiker Lucien Wolf, der  den Zionismus als  eine vollständige  Kapitulation gegenüber den Verleumdungen der Antisemiten,  die  den jüdischen Kampf für Gleichheit in ihren Heimatländern behindern würde.

Um diese Behauptung zu unterstützen, bemerkt Wolf, dass Arthur James Balfour, der Außenminister in der Zeit der Erklärung war, die seinen Namen trägt, scheint von klassischem Antisemitismus motiviert  worden zu sein, ein „nationales Heim“ für Juden  zu versprechen. Als Ministerpräsident  hatte Balfour 1905  versucht, die jüdischen Flüchtlinge, die vor den Pogromen im zaristischen Russland flohen, und nach  Großbritannien einwandern wollten,  zu blockieren: er sah sie als ein „unbestrittenes Übel“ an.

Suárez machte die effektvolle Behauptung, dass die „meisten Opfer“ der von zionistischen Paramilitärs im Mandat-Palästina ausgeführten gezielten  Morde, Juden waren, zum Teil weil diese Milizen jüdische britische Soldaten und Polizisten als Verräter ansah.  Dies war auch während des 2. Weltkriegs  der Fall, als Großbritannien einen Kampf um Leben und Tod gegen Nazi-Deutschland führte.

Teilungsplan- Kapitulation

„State of Terror“ behauptet, dass die meisten Terrorakte gegen  palästinensisch  arabische Zivilisten gerichtet wurden. Sowohl der sozialdemokratische wie der revisionistische Flügel des Zionismus  beteiligten sich am Terrorismus und wirkten oft in terroristischen Anschlägen zusammen, die nach dem Ende des 2. Weltkrieges eskalierten und ihren Höhepunkt  im berühmten Anschlag  auf das King David-Hotel im Juli 1946 erreichten,  bei dem 41 palästinensische Araber, 28 Briten, 17 Juden, 2 Armenier, 1 Russen und 1 Ägypter getötet wurden.

Suárez  behauptet, dass der UN-Teilungsplan von 1947 bei weitem eine  Kapitulation gegenüber diesem Terrorismus war. Hier unterscheidet sich seine  Aussage von dem, was andere Historiker einschließlich Tom Segev behaupten.  Dieser schreibt in  One Palestine, Complete: Jews and Arabs Under the British Mandate (1999), das das erschöpfte und bankrotte britische Empire beabsichtigte, Palästina  zu verlassen,  ungeachtet des zionistischen Terrorismus.

In Segevs Bericht war der britische Abgang ein vorher bestimmter  Entschluss und der Terrorismus von beiden Milizen – der sozialdemokratischen und der revisionistischer - stellte einen  Wettbewerb dar zwischen ihnen um „die Kontrolle des Staates, der bald errichtet werden sollte“.

„ Die Briten waren nicht der wirkliche Feind“, schreibt Segev,  „die Araber waren es“.

Die zahlreichen Akte des Terrorismus  gegen die palästinensischen Zivilisten während der Nakba von 1947 -49, wie z.B.  das Massaker von Deir Yassin, spielen eine  wichtige Rolle in  Suárez abschließenden Kapiteln.

Mit  der Errichtung  von Israel 1948  wurde der paramilitärische Terrorismus  zum offiziellen Staatsterrorismus.

 Suárez ruft den Orwellschen Neusprech heraus, der Terrorakten offensichtlich Staatlichkeit freigibt, indem er die Reaktion der Weltöffentlichkeit nach  Deir-Yassin im April 1948 mit dem blutigen  Massenmord, der im Dorf  al-Dawayima im Oktober 1948 geschah, nachdem Israel  die Staatlichkeit erklärt hatte.

Dieses Massaker, bei dem  145 Leute umkamen laut einer Schätzung des Dorfältesten, wurde weithin – nach Suárez als eine „Militär-Operation“ angesehen, obwohl  neue Studien es  genauer als ein Beispiel von Staatsterror beschrieben haben.

Suárez widmet den zionistischen Bemühungen große Aufmerksamkeit, die  Holocaust-Überlebenden daran zu hindern, in andere Länder als Palästina  auszuwandern und junge  Überlebende Juden aus Pflegeheimen in Europa  zu kidnappen, um sie nach Palästina zu bringen.

Hier bezieht sich  Suárez auf  Yosef Grodzinskys wegweisendes Buch:  In the Shadow of the Holocaust: The Struggle Between Jews and Zionists in the Aftermath of World War II („ Im Schatten des Holcaust: der Kampf zwischen Juden und Zionisten  nach dem  2.Weltkrieg“) (2004)

Suárez  erzählt auch vom Terror unter falscher Flagge in Ägypten, dafür bestimmt, die US –Unterstützung für Israel zu gewinnen.  In jener Zeit berühmt, aber seitdem weithin vergessen: Israels Einheit 131  führte terroristische Bombenanschläge gegen zivile Ziele in Alexandria und Kairo  durch, hautsächlich Kinos, die  vor allem von US- und   britischen Bürgern besucht wurden. In einem 2005 freigegebenen Bericht der CIA, wurden diese Anschläge als eine verpfuschte Operation unter falscher Flagge.

Er schließt  auch die schändliche  Schuldzuweisung von Holocaust-Überlebenden  durch israelische und  zionistische Vertreter  ein für Akte von kollektiver  Bestrafung, die im Geheimen von israelischen militärischen Kräften ausgeführt wurden, wie das Massaker im Westjordanland-Dorf Qubiya 1953, das von der Einheit 101 unter dem Kommando von Ariel Sharon ausgeführt wurde.

„State of Terror“ ist ein  umfassender Führer des zionistischen und israelischen Staatsterrorismus und einer, der wertvolles Licht auf die Situation von heute wirft.

Wie Suárez schließt: „Terrorismus … ist das einzige Mittel, mit dem eine einheimische Bevölkerung unterworfen, entmenschlicht und vertrieben werden kann. Dies ist die Realität vom heutigen Israel-Palästina-Konflikt.“

 

 

 

 

State of Terror
How Terrorism Created Modern Israel

Thomas Suárez

Olive Branch Press 2017

 6" x 9" • 420 pages
ISBN 9781566560689 • paperback

$20.00

 

 

 

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://electronicintifada.net/content/how-zionist-terrorism-determined-palestines-fate/19871
Publication date of original article: 15/03/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=20434

 

Tags: Zionistischer TerrorismusZionistische BesatzungGeschichtePalästina/Israel
 

 
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