TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı la internacia reto de tradukistoj por la lingva diverso

 27/06/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 EUROPE 
EUROPE / Nach der ersten Wahlrunde in Frankreich: kein Grund zur Freude, ein Sieg des Gattopardo
Date of publication at Tlaxcala: 29/04/2017
Original: Presidenziali francesi: non c’è molto di che gioire, ha vinto il Gattopardo
Translations available: Español  Ελληνικά 

Nach der ersten Wahlrunde in Frankreich: kein Grund zur Freude, ein Sieg des Gattopardo

Riccardo Petrella

Translated by  Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Es gibt nicht viel, worüber man sich freuen könnte: Le Pen erhält mehr als 1 Million Stimmen mehr als bei der vorigen Wahl und Macron scheint dem Zauberhut der Macht entsprungen zu sein.

Als Europäer müssen wir nur froh darüber sein, dass die zwei Endkandidaten nicht Marine Le Pen und François Fillon sind. Aber diese Freude hält sich sicherlich in Grenzen, und dies nicht nur, weil die FN-Kandidatin wieder in die zweite Runde kommt, sondern weil sie eine Million Stimmen mehr ergattert hat als bei der vorigen Wahl. Außerdem stellt der Sieger der ersten Runde, Emmanuel Macron, keine Garantie dar, ein Präsident zu werden, der Frankreich und die Europäische Gemeinschaft von all ihren Problemen befreien kann.



„Wenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, muss sich alles ändern“ (Tancredi im Roman Der Gattopardo)

Vor einem Jahr war Macron fast unbekannt. Und in einem halben Jahr hat er, ohne von irgendeiner  politischen Partei unterstützt zu werden, 24% der Stimmen erlangt. So etwas war in der Vergangenheit noch nie vorgefallen. Ein so außerordentlicher Erfolg ist mit höchster Wahrscheinlichkeit darauf zurückzuführen, dass ein großer Teil der französischen Wählerschaft (vor allem die wohlhabenden Klassen, das Bürgertum in den Großstädten – an erster Stelle Paris – kurzum: die stärksten sozialen und wirtschaftlichen Gruppen) nichts mehr hören wollen von der Krise und der Notwendigkeit einer Veränderung. Sie wollen hingegen, dass man die Menschen dazu anspornt, dem System zu vertrauen, in ein wettbewerbsfähiges Frankreich „en marche“ zu glauben, das seine wirtschaftliche Kraft durch die Flexibilität des Arbeitsmarktes und eine steuerlichen Situation, die die produktive Innovation begünstigt, und durch seine politische und militärische Macht zurückgewinnt.

Die stärksten Gruppen werden aber auch von Segmenten der schwächsten Schichten, der Opfer begleitet, die ums Heute und Morgen bangen. Und durch ihre Unterstützung möchten sie sich der Politik entledigen, zu deren Misskredit sie größtenteils selbst beigetragen haben.

Die Kandidatur von Macron und seine Persönlichkeit (ein junges, vielversprechendes Erscheinungsbild, das für ein selbstbewusstes Frankreich in einer immer konfliktreicheren Welt steht) stellen eine einzigartige Gelegenheit in diese Richtung dar.

Macron verspricht den Wohlhabenden Stabilität und keine Veränderungen im Sinne der Gerechtigkeit.
Macron spricht von einem effizienteren, wirkungsvolleren, mächtigeren und nicht gleicheren Frankreich.
Macron verspricht ein noch technokratischeres Europa und keine Umwandlung der Europäischen Union.
Und das Ganze erfolgt durch die Übertragung der öffentlichen Macht an einen Staat, der von privaten Gruppen, großen Institutionen und wirtschaftlich-finanziellen oligarchischen Organisationen regiert wird, im Rahmen derer – so Macron – Frankreich eine Schlüsselrolle spielen wird.  

Die „Sachbezogenheit“ der Lösung Macron passt perfekt zum Hauptergebnis der ersten Wahlrunde, und zwar zum fast vollständigen Verschwinden der sozialistischen Partei und zur Fragmentierung der Rechten. Und genau diese beiden Parteien haben in den letzten fünfzig Jahren die französische Politik bestimmt. Und genau in dieses Bild passt auch das fast vollständige Verschwinden der grünen „Partei“ aus der Szene der nationalen Politik.

Die Änderungen, die bei der ersten Runde ans Tageslicht getreten sind, sind alles andere als ermutigend.

Der einzige, ermutigende Aspekt sind die Stimmen von „La France insoumise“ (Unbeugsames Frankreich, Jean-Louis Melenchon). Die Frage ist, ob die sozio-ökonomischen Dynamiken, die mit der Präsidentschaftswahl im Zusammenhang stehen, eine günstige Rolle im Rahmen anderer Dynamiken bei den Parlamentswahlen auf  lokaler Ebene spielen werden.  

Aber erstmal müssen wir den Abend des 7. Mai abwarten.

 

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.banningpoverty.org/presidenziali-francesi-non-ce-molto-di-che-gioire/
Publication date of original article: 25/04/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=20378

 

Tags: Präsidentschaftswahl FrankreichMacronLe PenMélenchonUEropa
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.