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 26/07/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Palästinenser in Ost-Jerusalem zu sein ist eine Herausforderung
Date of publication at Tlaxcala: 09/03/2017
Original: The challenges of being Palestinian in East Jerusalem

Palästinenser in Ost-Jerusalem zu sein ist eine Herausforderung

Aline Batarseh ألين بطارسة

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس  -  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Unsicherheit, Verlust und Unbeständigkeit, das sind die Worte, die mir einfallen, wenn ich an mein Leben als Palästinenserin denke.

Eine israelische Siedlung rechts von Israels Trennungsmauer in Ost-Jerusalem, trennt die palästinensische Nachbarschaft links von anderen palästinensischen Nachbarschaften in der Gegend. Foto: Eoghan-Reis

 

Der Verlust der Heimat ist eine anhaltende Erfahrung für uns. Ich kenne keinen einzelnen Palästinenser, der nicht über den Verlust  eines Heims, eines Stücks Land, eines Familienmitglieds oder  von all diesem, als Folge politischer Umstände trauert. Wenn meine Eltern über den Verlust reden, den sie seit 1948 erlebt haben, einschließlich der Trennung von Familienmitgliedern, die  in die verschiedensten Ecken der Welt  zerstreut wurden, bin ich von Traurigkeit und Verzweiflung überwältigt. Fast 70 Jahre später erleben die Palästinenser diese Verluste täglich.

Mit dem vor kurzem veröffentlichten Landraubgesetz, das Israel erlaubt, privates palästinensisches Land im Westjordanland und Ostjerusalem zu enteignen, mit Präsident Trumps Versprechen, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, wird unsere Hoffnung, in Würde in unserem Land zu leben, immer geringer.

Ich wurde in Ost-Jerusalem geboren und bin dort aufgewachsen.  Seit 1967 ist es von Israel besetzt. Israel hat mehr als 200 000 jüdische Siedler im palästinensischen östlichen Teil der Stadt angesiedelt, um das Land zu judaisieren. Die Jerusalemiten sind auch von ihren Nachbarn im Westjordanland durch die Mauer abgeschnitten und umgekehrt.

Einhunderttausend  Palästinenser, die ursprünglich aus Jerusalem kamen, leben jetzt auf der anderen Seite der Mauer und dürfen nicht mehr zurück.

Trotz Israels Bemühungen, die Stadt zu „vereinigen “, bleibt Jerusalem geteilt. Keiner versteht diese Bemühung besser, als diejenigen, die in dieser umstrittenen  Stadt leben. Trotz der Tatsache, dass Israelis und Palästinenser nahe bei einander wohnen, gibt es wenig Kommunikation  zwischen ihnen. Ich persönlich habe in meinem Leben nie mit Israelis sozial interagiert. Wir leben getrennt und ungleich.

Palästinenser in Ost-Jerusalem haben einen fragilen „dauerhaften Aufenthaltsstatus“. Das  klingt so, als wären wir Ausländer in unserem eigenen Land. Wenn mich jemand nach meiner Staatsangehörigkeit fragt, löst das immer Verwirrung aus. Ich bin eine Palästinenserin, die in Ost-Jerusalem mit einer Aufenthaltsgenehmigung lebt und einem von Israel ausgestellten Reisedokument und einem vorläufigen jordanischen Pass. Letzteres  sagt, dass ich die jordanische  Staatsbürgerschaft habe – obwohl ich nicht in Jordanien geboren wurde und es nicht mein Land ist.

Die allergrößte Angst, die alle Palästinenser aus Jerusalem gemeinsam haben, ist dass sie ihre fadenscheinigen Aufenthaltsrechte verlieren. Seit 1967 haben 14 000 Palästinenser aus Jerusalem ihre Aufenthaltsgenehmigungen verloren – nach der Vereinigung für Bürgerrechte in Israel. Um ihre Aufenthaltsrechte zu behalten, müssen Palästinenser beweisen, dass sie ihren „Lebensmittelpunkt“  in Jerusalem haben, also, dass sie die Steuern  der israelischen Regierung zahlen, in Jerusalem leben, in Jerusalem arbeiten, in Jerusalem zur Schule gehen und Strom- und Wasserrechnungen an den Staat Israel zahlen. Die Palästinenser leben in dauernder Angst, zeitweilig woanders  hinzufahren, auf daß sie nicht ihr Aufenthaltsrecht  verlieren.

Für ihre  Steuern erhalten die palästinensischen Bewohner von Jerusalem nicht dieselben Dienste wie die Israelis. Obwohl die palästinensischen Bewohner 37%  der Stadtbevölkerung ausmachen, erhalten sie nur 10-13% des Stadt-Budgets. 75% der Palästinenser (82% der Kinder) leben unterhalb der Armutsgrenze.

Aufgrund der neuesten politischen Entwicklungen gibt es nicht viel Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Palästinenser.  Entscheidungen, die auf der politischen Ebene getroffen werden, sind maßgeblich, weil sie das Schicksal der Palästinenser und Jerusalems bestimmen, eine Stadt, die für viele politische, spirituelle und religiöse  Bedeutung hat. Für mich ist die Stadt  einfach das Zuhause, sie ist meine Geschichte, sie ist meine Familie, es ist der Olivenbaum im Hinterhof meines Elternhauses. Es ist da, wo mein Herz und meine Seele sind.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://mondoweiss.net/2017/02/challenges-palestinian-jerusalem/
Publication date of original article: 22/02/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=20039

 

Tags: Ost-JerusalemApartheid-MauerAl QudsZionistische BesatzungPalästina/Israel
 

 
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