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 25/09/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Israel liebt Kriege
Date of publication at Tlaxcala: 04/03/2017
Original: Israel Loves Wars
Translations available: Français  Português  Italiano  Español 

Israel liebt Kriege

Gideon Levy جدعون ليفي גדעון לוי

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس  -  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Nur so kann man den Bericht über den  Gaza-Krieg  2014 des Rechnungsprüfers lesen  und man kann keine bedeutendere Schlussfolgerung daraus ziehen.

„Eingesetzt, Verwüstet, Genossen: Gaza 2014“

Israel liebt Kriege. Benötigt sie. Tut nichts, um sie zu verhindern, und  manchmal stiftet sie an. Nur so kann man den Bericht über den  Gaza-Krieg  2014 des Rechnungsprüfers lesen  und man kann keine wichtigere Schlussfolgerung daraus ziehen.

Alles Übrige – die Tunnels, der nationale  Sicherheitsrat, das Kabinett, und die Nachrichtendienste – sind Pipifax, nichts anderes als Bemühungen, uns von der Hauptsache abzulenken. Hauptsache ist, dass Israel den Krieg wünscht. Es  lehnt  alle Alternativen ab, ohne sie zu diskutieren, ohne Interesse daran, um seine Wünsche  zu erfüllen

Israel wünschte auch in der Vergangenheit Kriege. Seit dem Krieg von 1948 hätten alle seine Kriege vermieden werden können. Sie waren klar gewählte Kriege, obwohl die meisten von ihnen sinnlos waren und einige von ihnen sogar irreparablen Schaden anrichteten. Üblicherweise begann Israel sie, manchmal wurden sie ihm aufgezwungen, aber selbst dann hätten sie vermieden werden können, wie 1973.

Einige der Kriege beendeten die Kariere derer, die sie angefangen hatten und doch wählte Israel immer wieder den Krieg als die erste  und bevorzugte Option. Es ist zweifelhaft, ob  eine rationale Erklärung  für dieses Phänomen  gefunden werden kann.  Es ist  jedoch Tatsache, dass jedes Mal  Israel in den Krieg zieht, bekommt es eine pauschale, automatische und blinde Unterstützung der Öffentlichkeit und der Medien. Es sind nicht nur die Regierung und die Armee, die den Krieg lieben, alle in Israel lieben den Krieg.

Dies wird von der Tatsache bewiesen, dass Untersuchungskommissionen fast identische Berichte nach jedem Krieg geben – der Bericht über Gaza ist mit dem Bericht  der Winograd-Kommission nach dem 2. Libanon-Krieg  2006 fast gleich („Der Krieg wurde  hastig und unverantwortlich vorgenommen“). Wenn nichts  gelernt und alles wieder vergessen ist, dann ist klar, dass etwas Starkes Israel in den Krieg zieht.

So war es auch im Sommer der Operation Protective Edge (Schutzkante), als es dort überhaupt keinen Grund für einen Krieg gab. Und so wird es auch beim nächsten Krieg sein, der um die Ecke lauert. Wie schade, dass die „Alarmstufe Rot“  am Dienstag im Süden ein Fehlalarm gewesen ist. Es war fast die Gelegenheit, unverhältnismäßig gegen Gaza zuzuschlagen, den Weg, den Verteidigungs-Minister Avigdor Lieberman und Israel lieben, die Art, Israel in den nächsten Krieg zu ziehen.

Seine Zeichen sind schon auf der Wand, seine Liebhaber versäumen keine Gelegenheit, ihn anzuzetteln und seine Geschichte ist wie die Geschichte aller Kriege, die vom Rechnungsprüfer geprüft wurden. Der nächste Krieg wird auch einen Bericht haben. Du und ich und der nächste Krieg und der nächste Bericht.

Es ist vernünftig zu vermuten, dass der nächste Krieg in Gaza ausbrechen wird. Das Alibi ist schon vorbereitet, Der Schrecken über die Tunnel, der in die grotesken Proportionen eines  nuklearen Weltkrieges  aufgeblasen wurde, wurde  zu diesem Zweck geschaffen. Primitive Kampfmittel genügen, um  das perfekte Alibi für einen Krieg zu schaffen. Und wie vorher bei Operation Protective Edge hält keiner an und fragt: Was ist mit Gaza, das in drei weiteren Jahren nicht mehr bewohnbar sein wird? Welche Antwort können wir von Gaza erwarten, im Licht ihrer Existenzgefahr? Warum  so eilig? Es gibt noch Zeit. Unterdessen kann es noch ein- oder zweimal zerstört werden.

Gaza verwöhnt Israel mit Luxuskriegen. Es gibt nichts, was Israel mehr liebt als einen Krieg gegen eine Nicht-Armee, gegen jene, die  keine Luftwaffe haben, keine Panzer, keine Artillerie, nur  eine Armee von Barfüßigen und Tunnel, die Israel erlaubt, Geschichten von großem Heldentum und Trauerfall. Israels Bombardierungen der Hilflosen – aus irgendeinem Grund Krieg genannt, mit minimalen israelischen Todesfällen und  maximalen palästinensischen Todesfällen – das sind die Kriege, wie wir sie lieben.

Der Rechnungsprüfer stellte fest, dass die Regierung keine Alternativen zum Krieg diskutiert hatte. Das hätte einen Schrei  erweckt haben, der von einem Ende zum andern Ende des Landes widerhallt hätte, doch  wurde diese Feststellung vom Unsinn der Tunnel verschlungen. Jedes Kind in Gaza weiß, dass es eine Alternative gibt: wenn Gaza  sich in die Welt hinaus  öffnet, dann wird es ganz anders sein. Aber dafür werden mutige  israelische Führer nötig sein – doch von diesen gibt es keinen.  Massen von  Israelis wären nötig, um unmissverständlich „Nein“ zu sagen, nein zu Kriegen – und die gibt es auch nicht. Warum? Weil Israel Kriege liebt.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://bit.ly/2mDMeXJ
Publication date of original article: 02/03/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=20018

 

Tags: Operation Protective EdgeKrieg gegen Gaza 2014Israelische KriegsverbrechenIsraels RechnungsprüferPalästina/Israel
 

 
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