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 13/12/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ABYA YALA 
ABYA YALA / Die Mauern oben, die Risse unten (und links)
Date of publication at Tlaxcala: 21/02/2017
Original: Los muros arriba, las grietas abajo (y a la izquierda)
Translations available: English  Italiano  Русский  Français 

Die Mauern oben, die Risse unten (und links)

Ejército zapatista de liberación nacional EZLN

 

Das Unwetter auf unserem Weg

  Für uns Männer und Frauen, zapatistische Originalvölker gibt es das Unwetter, den Krieg bereits seit Jahrhunderten. Sie kamen mit dem Schwindel der vorherrschenden Zivilisation und Religion in unser Land. Damals haben Schwert und Kreuz unsere Menschen ausgeblutet.

Im Lauf der Zeit hat das Schwert sich modernisiert und das Kreuz wurde von der Religion des Kapitals entthront, aber unser Blut wurde weiterhin als Opfergabe an den neuen Gott gefordert: dieser Gott heißt Geld.

Wir widerstehen, wir widerstehen immer. Unsere Rebellionen wurden beim Machtkampf der Einen gegen die Anderen ausgebootet. Die Einen und die Anderen, immer die von Oben, forderten von uns zu kämpfen und zu sterben um ihnen zu dienen, sie forderten von uns Gehorsam und Unterwerfung mit der Lüge, dass sie uns befreien würden. Wie jene, von denen sie sagten und sagen, dass sie sie bekämpfen, kamen und kommen sie um zu befehlen. So kam es zu angeblichen Unabhängigkeiten und falschen Revolutionen, die vergangenen und die uns noch ins Haus stehen. Die Oben wechselten und wechseln seit damals ständig, um schlecht zu regieren oder darum zu kandidieren. Und in den Kalendern von einst und jetzt ist ihr Vorschlag derselbe: wir setzen unser Blut ein, während sie regieren oder so tun als ob.

Und damals wie jetzt vergessen sie, dass wir nicht vergessen.

Und immer ist die Frau unten, gestern und heute. Einschließlich im Kollektiv das wir waren und sind.

Aber die Kalender brachten nicht nur Schmerz und Tod für unser Völker. Als die Macht sich ausdehnte, schuf sie auch neue Verbrüderung im Elend. Wir sahen den Arbeiter und den Landarbeiter, die mit unserm Schmerz eins wurden und unter den vier Rädern des tödlichen Wagens des Kapitalismus liegen.

So wie die Macht im Lauf der Zeit voranschritt, so wuchs und wuchs das Unten, vergrößerte sich die Basis, über der die Macht Macht ist. Wir sahen dann, wie sich Lehrer, Studenten, Handwerker, kleine Unternehmer, Akademiker, etc. mit unterschiedlichen Namen aber denselben Leiden anschlossen.

Es reichte nicht. Die Macht ist ein exklusiver, ausschließender, auserlesener Raum. Und dann wurde das Anderssein auch offen verfolgt. Die Farbe, die Rasse, der Glaube, die sexuelle Präferenz wurden aus dem versprochenen Paradies ausgestoßen und die Hölle war ihre ständige Bleibe.

Dem folgte die Jugend, die Kindheit, das Alter. So hat die Macht die Kalender zur Materie der Verfolgung verwandelt. Alle Unten sind schuldig: weil sie Frau sind, Kind sind, jung sind, erwachsen sind, alt sind, weil sie Menschen sind.

Aber, durch die Ausdehnung der Beraubung, Unterdrückung und Diskriminierung hat die Macht auch den Widerstand…und die Rebellionen vergrößert.

Wir sahen damals so wie heute, dass sich der Blick von Vielen, Männern, Frauen und AndereN erhob. Verschieden aber ähnlich in der Wut und in der Widerspenstigkeit.

Die Macht weiß, dass sie nur auf Kosten der Arbeitenden das ist was sie ist. Sie braucht sie.

Auf jede Rebellion antwortet sie, damals wie heute, indem sie einige Wenige kauft und täuscht, die vielen anderen einsperrt und ermordet. Sie fürchtet nicht ihre Forderungen, es ist das Beispiel, welches Schrecken auslöst.

Es reichte nicht. Durch die Beherrschung von Nationen suchte die Macht des Kapitals die Möglichkeit, die gesamte Menschheit unter ihr schweres Joch zu zwingen.

Auch das war nicht genug. Das Kapital möchte jetzt die Natur manipulieren, sie beherrschen, unterwerfen und ausbeuten. Zusammengefasst, sie zerstören.

Immer mit dem Krieg, auf ihrem zerstörerischen Vormarsch haben das Kapital, die Macht zuerst Lehen und Königreiche zerstört. Und auf diesen Ruinen errichteten sie Nationen.

Dann haben sie Nationen zerstört und auf den Trümmern die neue Weltordnung errichtet: einen großen Markt.

Die ganze Welt verwandelte sich in ein riesiges Lagerhaus für Waren. Alles wird verkauft und gekauft: das Wasser, der Wind, der Boden, die Pflanzen und die Tiere, die Regierungen, das Wissen, die Unterhaltung, die Wünsche, die Liebe, der Hass, die Menschen.

Aber auf dem großen Markt des Kapitals werden nicht nur Waren ausgetauscht. Die ´ökonomische Freiheit‘ ist nur ein Trugbild, welches eine gegenseitige Übereinkunft zwischen Verkäufer und Käufer simuliert. Tatsache ist, dass der Markt auf Beraubung und Ausbeutung errichtet ist. Der Austausch ist der von Straflosigkeiten. Die Gerechtigkeit wurde zu einer grotesken Karikatur und auf ihrer Waage wiegt das Geld immer schwerer als die Wahrheit. Und die Stabilität dieser Tragödie die Kapitalismus heißt, hängt von Unterdrückung und Verschmähung ab.

Aber auch das reichte nicht. In der materiellen Welt kann man nicht vorherrschen, wenn man nicht über die Gedanken die Vorherrschaft hat. Das Aufoktroyieren mit den Religionen verstärkte sich und erreichte die Künste und Wissenschaften. Wie Kleidermoden entstanden und entstehen Philosophien und Religionen. Wissenschaft und Kunst kamen davon ab, das Besondere der Menschheit zu sein und platzierten sich im Regal des Weltsupermarktes. Das Wissen wurde Privateigentum, ebenso wie Freizeit und Vergnügen.

Das Kapital konsolidierte sich wie ein großer Shredder, indem es nicht nur die gesamte Menschheit als Rohmaterial zur Erzeugung von Waren verwendete, sondern auch das Wissen, die Künste ….und die Natur.

Die Zerstörung des Planeten, die Millionen der Vertriebenen, das Ansteigen der Verbrechen, die Arbeitslosigkeit, das Elend, die Schwäche der Regierungen, die Kriege die ins Haus stehen, sind nicht ein Ergebnis der Maßlosigkeit des Kapitals oder einer falschen Führung eines Systems, welches Ordnung, Fortschritt, Friede und Wohlstand versprach.

Nein, alles Elend ist die Essenz des Systems. Daraus ernährt es sich, darauf wächst es.

Zerstörung und Tod sind der Treibstoff der großen Kapitalmaschine.

Und alle Anstrengungen zur ´Rationalisierung´ ihrer Funktion um sie zu ´vermenschlichen´ waren in der Vergangenheit sinnlos, ebenso wie in der Gegenwart und in der Zukunft. Das Irrationale und Unmenschliche sind ihre Hauptbestandteile. Eine Reparatur ist nicht möglich. Das war früher auch nicht möglich. Und jetzt kann man nicht einmal mehr ihren kriminellen Schritt abschwächen.

Die einzige Form, die Maschine zum Stillstand zu bringen ist die Zerstörung.

Beim aktuellen Weltkrieg geht es um die Auseinandersetzung zwischen System und Menschheit.

Daher ist der antikapitalistische Kampf ein Kampf für die Menschheit.

Jene die noch immer vorgeben, das System zu ´reparieren´ oder zu ´retten´, bieten uns in Wirklichkeit einen massiven, globalen Selbstmord an, als posthumes Opfer an die Macht.

Aber im System gibt es keine Lösung.

Und es reichen weder der Schrecken, noch die Verurteilung, weder die Resignation und auch nicht die Hoffnung, dass das Schlimmste schon vorüber sei und die Dinge jetzt nur mehr besser werden können.

Nein. Tatsache ist, dass es schlimmer werden wird.

Wegen all dieser Gründe sowie jener, die jeder in seinem eigenen Kalender und in seiner eigenen Geographie hinzufügen kann, müssen wir widerstehen, rebellieren, müssen wir ´nein´ sagen, müssen wir kämpfen und uns organisieren.

Daher müssen wir den Wind von unten mit Widerstand und Rebellion, mit Organisation erheben.

Nur so werden wir überleben. Nur so wird es möglich sein zu leben.

Und nur dann – wie unser Wort vor 25 Jahren lautete – werden wir sehen, dass

Wenn der Sturm abebbt,

 Wenn Regen und Feuer die Erde wieder in Ruhe lassen

 Dann wird die Welt nicht mehr die Welt sein, sondern etwas Besseres.”

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http://tlaxcala-int.org/upload/gal_15412.jpg





Courtesy of Enlace Zapatista
Source: http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2017/02/14/los-muros-arriba-las-grietas-abajo-y-a-la-izquierda/
Publication date of original article: 14/02/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=19951

 

Tags: EZLNZapatistenTrumps MauerMauern des KapitalsLogische RevoltenMexiko
 

 
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