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 26/02/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 EDITORIALS & OP-EDS 
EDITORIALS & OP-EDS / Rettet die Jemeniten!
Date of publication at Tlaxcala: 11/01/2017
Original: !نقذوا اليمنيين
Translations available: Svenska  Français  Italiano  English  Español  فارسی 

Rettet die Jemeniten!

Boshra al-Maqtari بشرى المقطري

Translated by  Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди

 

Die „Außenwelt, die den Krieg im Jemen seit eh und je vergessen hat, hat ihn inzwischen auf dem Gewissen. Übernehmt die moralische und humanitäre Verantwortung für diese anhaltende Tragödie!” fordert die Autorin und Aktivistin Bushra al-Maqtari in einem ergreifenden Aufruf über die Ursachen und Folgen dieses Krieges auf.

Tag für Tag sterben die Jemeniten in einem völlig sinnlosen und unmoralischen Krieg, der ihre Leben zu zerstören droht und sie in Kriegsziele verwandelt. Am Boden werden sie von den Truppen des ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh und den Houthimilizen angegriffen. Dazu kommen die Luftangriffe der von den Saudis angeführten Koalition.

Der Krieg hat schon Zehntausenden von Menschen das Leben gekostet. Noch viel mehr wurden verletzt. Zwei Millionen Menschen sind aus ihren Regionen geflohen, in denen gewaltige Kämpfe ausgetragen werden. Sie begeben sich in die Flüchtlingslager der anderen Regionen des Jemen. Der Krieg wirft die Jemeniten in eine seit der Geburt der Zivilisation nie gesehene Situation zurück. Es gibt keine Sicherheit und auch keine Freiheit, weder im privaten noch im öffentlichen Bereich. Und es gibt illegale Verhaftungen. Die Lebensmittelvorräte sind fast aufgebraucht. Was noch übrig ist, ist überteuert und rationiert. Die öffentlichen Dienste, die Bildung und Erziehung, Strom und Wasser sind verschwunden. Die Jemeniten sind sich selbst überlassen und verfügen nur noch über primitiven Mittel wie Kohlebecken und Petroleumlampen, um mindestens zu versuchen, einen Anschein von Normalität im Alltag zu wahren.

 

Mohammad Saba'aneh, Palästina

Der Krieg hat sich auf zahlreiche Regionen ausgedehnt und zieht sich in die Länge. Die Opfer sterben sowohl infolge der direkten Auswirkung der Kämpfe als auch der Hungersnot, die verschiedene jemenitische Städte trifft. Die Löhne im privaten wie im öffentlichen Sektor sind seit vier Monaten nicht bezahlt worden. Die Menschen haben kein Geld mehr, um Lebensmittel zu erwerben. Und es gibt keine staatliche Hilfe. Außerdem sind Cholera und Dengue ausgebrochen und haben Tausende  von Menschen in Mitleidenschaft gezogen, da es an Medikamenten mangelt und die Behörden nicht in der Lage sind, diese Epidemien zu bekämpfen.

Dieser Krieg ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen. Er wurde auch nicht von unbekannten Kräften verursacht, die man nicht ermitteln und verurteilen kann. Er ist hingegen die direkte Folge der Entscheidung nationaler Akteure, in den Krieg zu ziehen und sich von ihren Verbündeten in der Region unterstützen zu lassen. Die Houthi-Milizen und die Streitkräfte von Salah sind die Hauptverantwortlichen. Sie haben den Anstoß gegeben und diesen Bürgerkrieg ausbrechen lassen.  

Der derzeitige Präsident Abdo Rabbo Mansour Hadi und seine Regierung und auch Saudi-Arabien und die kriegstreiberische Koalition sind verantwortlich für die Weiterführung des Krieges. Trotz der Tatsache, dass keiner der Akteure des Konflikts in der Lage ist, einen militärischen Sieg zu erzielen oder eine politische Lösung zu finden, sind sie beide bereit, bis zum Ende zu kämpfen, bis zum letzten Tropfen des jemenitischen Blutes.

Die Kriegsparteien kümmern sich nicht um die Zunahme der Gewalt und auch nicht um die Tatsache, dass fast 20 Millionen Menschen unter unmenschlichen Bedingungen leben. Sie profitieren von der Kriegswirtschaft und von der sozio-politischen Struktur des Krieges und kämpfen weiter. Die Houthi-Milizen und die Streitkräfte von Salah töten aber nicht nur die Jemeniten, sondern lassen auch die Gesellschaft immer mehr verarmen. Sie haben das Geld und die Ressourcen der Regierung und der Zentralbank entwendet, ohne die Kriegsopfer und die Armen zu berücksichtigen, die weiterhin die Statistiken des Krieges füllen.

Die Regierung des Präsidenten Hadi und die von Saudi-Arabien angeführte Koalition sind keineswegs besser. Sie tun nichts, um das Leid der Jemeniten zu lindern. Sie nutzen nur die Gelegenheit, um die Menschen in ihre Kriegsmaschinerie einzubetten. Und deshalb vertrauen die Jemeniten heute keiner Faktion mehr und auch nicht den Verbündeten aus der Region, wenn es sich um deren Absichten für ihr Land handelt. 

Die Jemeniten wissen, dass die Konfliktparteien kein Interesse daran haben, den Krieg zu beenden und dass das Leid der Bevölkerungen keinen interessiert. Den Jemeniten bleibt nur die unwahrscheinliche Hoffnung, dass das Bewusstsein der Außenwelt erwacht, dass die Welt eingreift, um diesen Wahnsinn, den das jemenitische Volk wegen dieser kriegstreiberischen Akteure erleidet, ein für alle Mal zu beenden. Niemand will mehr als die Jemeniten, die dieser Verlängerung der Kämpfe ausgesetzt sind, diesen Krieg beenden und diese Hölle aus dem eigenen Leben verbannen.  

Die Außenwelt, die den Krieg im Jemen seit eh und je vergessen hat, hat ihn nun auf dem Gewissen. Übernehmt die moralische und humanitäre Verantwortung für diese anhaltende Tragödie! Setzt euch für die Jemeniten und ihr Wohlergehen und nicht für die Anforderungen der Kriegstreiber und ihrer Verbündeten in der Region ein.

Das Gewissen der Außenwelt ist die letzte Hoffnung für den Jemen. Denn ansonsten verwandelt er sich in ein vergessenes Gemetzel. Ich habe in diesem Krieg gelebt und lebe immer noch mitten  in diesem Krieg und inmitten aller dieser schmerzhaften Ereignisse wie Millionen von Jemeniten, die nicht anders können und keine Schuld an dem haben, was sich hier abspielt.

Sie und ich, ja wir alle hoffen, dass diese tödliche Höllenmaschine endlich Halt macht. Sie tötet nicht nur die Menschen, die uns nahestehen, sondern auch unsere Menschlichkeit. Und die Möglichkeit, ein würdevolles Leben zu führen.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://feministisktperspektiv.se/2017/01/10/save-yemen-s-people/
Publication date of original article: 10/01/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=19652

 

Tags: Jemenkrieg
 

 
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