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 22/11/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ASIA & OCEANIA 
ASIA & OCEANIA / Das Drama der Rohingya: In Burma/Myanmar ertrinkt Mohammed wie damals Aylan auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung
Date of publication at Tlaxcala: 06/01/2017
Original: Il dramma dei Rohingya: Birmania, Mohammed come Aylan annegato durante la fuga dalla guerra

Das Drama der Rohingya: In Burma/Myanmar ertrinkt Mohammed wie damals Aylan auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung

Paolo Salom

Translated by  Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Der Vater des Kindes enthüllt das Geschehen in einem Interview auf CCN. Es gab einen Angriff seitens der birmanischen Truppen. Die verfolgten Rohingya hätten den Fluss überqueren sollen, um das Sammellager an der anderen Ufer, auf dem Staatsgebiet von Bangladesch, zu erreichen. 

 
 
Es wurde ja gesagt: Nie wieder! Aber wir sehen erneut mit Schrecken den kleinen Leichnam eines Kindes mitten im Schlamm der Strandlinie. Es hat nur wenige Fetzen am Leib, vielleicht Windeln. Sein Leben endete in den trüben Gewässern des Flusses Naf, während es mit der Mutter, dem Brüderchen und dem Onkel, versuchte, einem Schicksal der Verfolgung und des Leids zu entkommen, ein Schicksal, das das Volk der Rohingya in seinem ganzen Schrecken heimsucht. Mohammed Shohayet war erst 16 Monate alt und hatte wenn überhaupt eine vage Ahnung, was es mit dem Leben auf sich hatte.
 
Wie das Bild des kleinen Aylan Kurdi, der im September 2015 auf einem türkischen Strand ertrunken vorgefunden wurde, während er mit seiner Familie versuchte, aus dem syrischen Bürgerkrieg zu fliehen, so geht auch das Bild von Mohammed über die sozialen Medien durch die Welt und ruft Emotionen und Zorn hervor. Denn ein Kind darf nicht so sterben. Aber wie viele Mohammeds sind so in den warmen und gefährlichen Gewässern gestorben, die Myanmar und Bangladesch trennen bevor sie  sich in den Golf von Bengalen ergiessen? Seit geraumer Zeit versuchen humanitäre Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch die Verschwörung des Schweigens der Welt zu brechen und endlich aufzuzeigen, was im Staat Rakhine im fernen Westen von Myanmar geschieht. Sogar ein Dutzend von Nobelpreisträgern haben ihre Stimme erhoben. Sie haben sich an eine andere Nobelpreisträgerin, Aung San Suu Kyi, nun Regierungschefin von Myanmar, gewendet, damit sie endlich was unternimmt, um die willkürlichen Tötungen, die Bombenangriffe gegen arme Dörfer durch moderne Kriegsflieger und die Verfolgung von Menschen zu stoppen, die Tausende von Rohingya dazu gezwungen haben, jenseits der Grenze Schutz zu suchen, und dies mit allen Gefahren, die auf diese Weise organisierte Fluchtversuche mit sich bringen. Aber bisher gab es nur eine einstimmige Antwort von Seiten der Behörden in Myanmar: „Das ist alles nur erfunden, das ist nur Propaganda“. Auch Aung San Suu Kyi, die in der Vergangenheit auf der Seite der Menschenrechte stand und heute wegen ihrer Gleichgültigkeit hinsichtlich des Problems kritisiert wird, hat sich darauf beschränkt, die Nachrichten über einen „wahren Völkermord gegen die Rohingya“ als „Übertreibungen der westlichen Medien“ abzutun.
 
Die Geschichte von Mohammed Shohayet enthüllt, falls sie von unabhängigen Quellen bestätigt werden sollte, eine Realität voller Leid und Verzweiflung. Der Vater des Kindes hat in einem Interview an CNN vom Geschehnis berichtet. CNN hat darauf hingewiesen, dass der Staat Rakhine im Moment Journalisten und Menschenrechtlern den Zugang versperrt und „es daher nicht möglich war, die Tragödie zu bestätigen“. Aber es bleiben die Bilder: das Bild eines im Schlamm verlassenen Kindes und die Worte von Zafor Allam, dem jungen Vater, der seinen Sohn verloren hat. „Ich befand mich mit meiner Familie auf der Flucht, teilte er CNN mit. Unser Dorf wurde von Luftangriffen getroffen. Wir konnten nicht bleiben: wer  blieb, wurde von den Soldaten von Myanmar totgebrannt. Das ist meinen Großeltern passiert.“ Wir flohen durch  die Dörfer des Urwaldes bis zum Fluss, um von dort aus das Sammellager von Leda in Teknaf, Bangladesch zu erreichen. Zuerst ging der Vater los, um zu gucken, ob alles in Ordnung war. Dann folgten die Anderen. „Aber als sie alle ins Boot stiegen, fing die Polizei an zu schießen“. Die Menschen gerieten in Panik. Das Boot kippte in den fließenden Strom. Wer nicht schwimmen konnte, wurde von den grauen Schlammstrudeln verschlungen, um dann tot auf eine Einbuchtung des Flusses gespült zu werden. Dieser Schlamm gleicht dem Treibsand, von denen Salgari (1) in seinem Werk spricht, das gerade in dieser Region beheimatet ist.
 
Die Rohingya sind heute eine vergessene Minderheit des multiethnischen Myanmar. Sie sind eine Million „Nichtbürger“: der Staat nennt sie „illegale Einwanderer“ aus Bangladesch, obwohl der Großteil von ihnen seit Generationen im Land lebt. Die Rohingya sind muslimischen Glaubens und werden auch von den buddhistischen Nationalisten wie dem Mönch Wirathu, der als der einflussreichste (unbestrafte) antimuslimische Führer des Landes gilt, durch Pogrome, Tötungen und Verfolgungen heimgesucht. Und Aung San Suu Kyi schweigt.

AdÜ

(1) Hierbei handelt es sich um den 2015 nach 130 Jahren entdeckten Roman des italienischen Romanautors Emilio Salgari (1862-1911) mit dem Titel „La scimitarra di Khien-Lung“. Er berichtet vom italienischen Kapitän Robiano, der nach China, Thailand und Burma reiste, um sich auf die Suche nach einem legendären Krummsäbel eines chinesischen Kaisers zu machen.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.corriere.it/esteri/17_gennaio_05/piccolo-mohammed-annegato-la-fuga-villaggio-cae78df4-d2d8-11e6-af42-cccac9ae7941.shtml
Publication date of original article: 05/01/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=19624

 

Tags: RohingyaVölkermordMuslimeBurma/MyanmarMenschenrechteAung San Suu KyiBangladesch
 

 
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