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 23/08/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UMMA 
UMMA / Die USA helfen in ganzer Ruhe Saudi-Arabien, verheerende Luftangriffe auf den Jemen durchzuführen
Date of publication at Tlaxcala: 18/10/2016
Original: The US is Quietly Helping Saudi Arabia Wage a Devastating Aerial Campaign in Yemen
Translations available: عربي  Français  Español 

Die USA helfen in ganzer Ruhe Saudi-Arabien, verheerende Luftangriffe auf den Jemen durchzuführen

Sarah Leah Whitson سارة ليا ويتسن

Translated by  Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Eine Woche vor den Terrorangriffen von Brüssel bombte die von Saudi-Arabien angeführte Koalition einen Marktplatz in Mastaba im Jemen. Obwohl in Mastaba mehr Menschen den Tod fanden als in Brüssel — 106 gegen 34 — ignorierten die Medien und die internationale Gemeinschaft im Allgemeinen jene frühere Gräueltat, wie sie auch den Großteil der 150 willkürlichen Luftangriffe außer Acht ließen, von denen die Vereinten Nationen und Human Rights Watch im letzten Jahr berichteten.

A Saudi artillery unit fires shells towards Houthi positions from the Saudi border with Yemen April 13, 2015.

Eine Einheit der saudischen Artillerie feuert am 13. April 2015 Raketen gegen Positionen der Houthirebellen an der Grenze zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen.  © 2015 Reuters

Das Problem übersteigt aber die reine Unaufmerksamkeit; denn der Westen unterstützt durch Waffenlieferungen und militärische Hilfe einen Krieg, der nahezu unsichtbar ist.

Saudi-Arabien behauptet, es verfolge im Jemen das Ziel, dem Präsidenten Abdu Rabu Mansour Hadi erneut zur Macht zu verhelfen. Dieser war infolge eines Putsches der Houthi-Milizen aus der Hauptstadt Sanaa geflohen. Des Weiteren gehe es Saudi-Arabien darum, die iranischen Pläne zu vereiteln, das Land zu kontrollieren. Unabhängig davon, wie man zu diesen Ambitionen steht: es ist unstrittig, dass die Saudis gegen das Völkerrecht verstoßen, wenn sie Angriffe gegen offensichtlich nicht militärische Ziele starten und verbotene Waffen wie Streubomben einsetzen. Die Luftangriffe haben Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Wohnhäuser getroffen. Den Vereinten Nationen zufolge sind die Saudis für 60% der 3.200 im Konflikt getöteten Zivilisten verantwortlich.

Es ist relativ bekannt, dass die USA und Großbritannien als die führenden Lieferanten des Arsenals der saudischen Koalition zu deren Kriegsbemühungen beitragen. Saudi-Arabien war weltweit auf Einkaufsbummel und gilt nun als der größte Waffenkäufer der Welt. Im Jahre 2015 erwarb Saudi-Arabien mindestens 20 Milliarden $ Waffen von den USA und ungefähr 4,3 Milliarden $ von Großbritannien. Die Vereinigten Arabischen Emirate, der wichtigste Partner von Saudi-Arabien im Jemenkrieg, liegen nicht sehr weit hinter Saudi-Arabien und gelten als der viertgrößte Waffenkäufer der Welt. Im letzten Jahr erwarben sie 1,07 Milliarden $ Waffen von den USA und 65,5 Millionen $ Waffen von Großbritannien.

Die brutale Realität: diese Bomben haben unschuldige jemenitische Männer, Frauen und Kinder getroffen. Daher haben nicht nur Menschenrechts- und humanitäre Organisationen, sondern auch das Europäische Parlament zu einem Embargo der Waffenverkäufe an Saudi Arabien aufgerufen.

Was unbekannt bleibt, ist die genaue Beschaffenheit der militärischen Rolle der USA und Großbritannien in der saudischen Kampagne. Das US-Verteidigungsministerium hat vage erklärt, dass es „Zielsetzungshilfe“ leistet, was gesetzlich eine Haftung für die illegalen Angriffe, an denen es teilnimmt, mit sich bringt. Aber wie gestaltet sich diese Zielsetzungshilfe genau? Unterstützte das US-Verteidigungsministerium den Angriff gegen den Markt? Unterstützte es die Koalition auch dabei, die Klinik von Ärzten ohne Grenzen zu treffen, die im Oktober des vorherigen Jahres mehrmals angegriffen wurde? Was ist mit dem Streubombenangriff gegen die Universität Sanaa im Januar?

Großbritannien hat seinerseits mitgeteilt, es biete von der Kommandozentrale in Riyad  „militärisches Training an durch schätzungsweise 6-150 Trainer in Übereinstimmung mit den Kriegsgesetzen“ an. Aber was machen diese Leute genau? Wenn sie das Targeting unterstützen, so könnten sie dadurch eine Partei des Konflikts werden. Wenn sie nur beraten, ist es aber offensichtlich klar, dass die Saudis ihre Ratschläge nicht befolgen.

Eine passende Art und Weise für die Saudis — und die USA und Großbritannien — um sich mit den Nachweisströmen über die illegalen Luftangriffe im Jemen zu befassen, wäre die Unterstützung einer unabhängigen, internationalen Untersuchung über das Verhalten sowohl der Koalition als auch der Houthi-Miliz Ansar Allah, die im Moment im Großteil des Landes an der Macht ist.

Die Mitgliedstaaten des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen haben bereits versucht, eine solche Ermittlung durchzuführen, aber die   Triade Saudi-Arabien-USA-Großbritannien hinderte sie daran. Anstatt dessen unterstützten sie eine „örtliche Ermittlung“ im Jemen unter der Führung des von Saudi-Arabien unterstützten Präsidenten Hadi. Es überrascht somit nicht, dass das Gremium, das er im September 2015 angekündigt hatte, keine Fortschritte gemacht hat. Die Koalition kündigte auch übereilt die Bildung eines Komitees an, um die „Einhaltung des Gesetzes zu fördern“, machte aber auch klar, dass sie keine mutmaßlichen Verstöße untersuchen werde.

Obwohl die USA eine führende Position in der Kampagne eingenommen haben, um die  Assad-Regierung vor die internationale Justiz zu bringen, übersehen oder verhindern sie internationale Ermittlungen saudischer Verstöße.

2016_03_Yemen_embargo

Präsident Obama hat mehrfach die Verbindung zwischen der Verbreitung des gewalttätigen Extremismus und der Missbräuche durch die autoritären, unverantwortlichen Regierungen der arabischen Welt hervorgehoben. Er sagte wenig über die Risiken für die US-Bürger durch die US-Bündnisse mit diesen Regierungen und ihre militärische Unterstützung.

Aber in der heutigen Zeit, in der es nicht viel Ausbildung oder Ausstattung braucht, um eine verheerende terroristische Verwüstung in den westlichen Hauptstädten anzurichten, sollte sich Obama wohl eher um den Boomerangeffekt solcher Bündnisse sorgen. Illegale Angriffe und umfassende Tötungen von Zivilisten führen mit Sicherheit zu Instabilität und Extremismus, deren Auswirkungen nicht nur in der Region, sondern auch in der Nähe der eigenen Heimat spürbar werden. Das Zeitalter der geheimen Kriege ist noch nicht ganz zu Ende, aber der Schutzschild der nationalen  Grenzen ist mit Sicherheit aufgehoben.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.latimes.com/opinion/op-ed/la-oe-0330-whitson-yemen-strikes-20160330-story.html
Publication date of original article: 30/03/2016
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=19137

 

Tags: Jemen Saudische KriegsverbrechenUSASaudi-ArabienGroßbritannienFrankreichWaffenverkäufeMilitärhilfe für Saudi-ArabienVereinigte Arabische EmirateWestliche Mitschuld an saudische Kriegsverbrechen
 

 
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