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 25/03/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
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 MAPS & GLOSSARIES 
MAPS & GLOSSARIES / Es gibt kein Emoji mit Kopftuch: eine 15-jährige Schülerin versucht dies zu ändern.
Date of publication at Tlaxcala: 26/09/2016
Original: There is no hijab emoji. This 15-year-old student is trying to change that
Translations available: Français 

Es gibt kein Emoji mit Kopftuch: eine 15-jährige Schülerin versucht dies zu ändern.

Abby Ohlheiser

Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Als die Freundinnen von Rayouf Alhumedhi sich in der Chatgruppe von WhatsApp gegenseitig identifizieren wollten, trauten sie sich nicht ihre Namen zu bentutzen. Anstatt dessen verwendete jede Freundin ein Emoji. „Meine Freundinnen, die kein Kopftuch tragen fanden was“, erzählte Alhumedhi. „Und für mich? Ich musste mich für das Bild einer Frau ohne Kopftuch entscheiden, da es ja kein Bild einer Kopftuchträgerin gibt.“

Und dies möchte nun die 15-jährige Schülerin ändern. Das Mädchen, das in Berlin lebt und aus Saudi-Arabien stammt, ist die führende Feder eines neuen Vorschlags für ein Hijab-Emoji, das an das Unicode Konsortium, die gemeinnützige Organisation, die die Erzeugung und Genehmigung von Emojis regelt, gerichtet ist.

„Ich habe nach etwas gesucht, das mich unter Millionen von Frauen darstellt, die jeden Tag ihr Kopftuch tragen, darstellt und stolz darauf sind, es zu tragen“, teilte sie mir am Dienstagmorgen über Skype mit.

Das potentielles Design für das vorgeschlagene Emoji, von Aphelandra Messer

Ihr Vorschlag, der nun von einem der Mitgründer von Reddit unterstützt wird, wurde Dienstagnachmittag auf der Plattform “Ask me Anything” vorgestellt.

Vor allem für Jugendliche wie Alhumedhi, stellen die Emojis nun eine Modalität dar, die nicht nur eine lustige Dekoration für die digitalen Gespräche unter Freunden ist. Sie werden nämlich immer mehr selbst zum Gespräch. „Es ist eine neue Sprache“, so Alhumedhi.

Als  fließende Emoji-SprecherInnen zu jungen Erwachsenen werden, dringt eine neue visuelle Lese- und Schreibfähigkeit dringt in unsere Onlinekommunikation ein. Oxford Dictionaries präsentierte das Ganze 2015 sehr treffend, als es das Emoji mit dem „Gesicht mit den Freudentränen“ zum „Wort “ des Jahres 2015 erklärte.

“Emojis sind aber nicht das Monopol simsender Jugendlicher”, meinte Oxford damals. „Denn sie gelten als eine nuancierte Ausdrucksform, die die Sprachbarrieren überwinden kann.“

Die Emojis haben langsam angefangen, sich zu diversifizieren. Denn sie stellen sich der Herausforderung, die Symbole repräsentativer für die Menschen zu gestalten, die sie nutzen. Die menschlichen Emojis sind nun beispielsweise mit der Fähigkeit verfügbar, die Hautfarbe zu ändern. Und Unicode teilte im Sommer mit, dass es einige Dutzende neue „professionelle“ Emojis unterstützen wird, die Männer und Frauen in verschiedenen Berufen darstellen.

„Wir loben Unicode für die Diversifizierung der Emojis in den letzten Jahren“, schrieb Alhumedhi in ihrem Vorschlagsentwurf. „Dennoch bedeutet dies nicht, dass Unicode nun damit aufhören sollte. Angesichts der zahlreichen Unterschiede, die es weltweit gibt, müssen wir auch dargestellt werden.“

Der Prozess des Vorschlages eines neuen Emoji ist ein komplexer und mühevoller Weg, der aus einem schriftlichen Vorschlag, seiner Überarbeitung und Komiteesitzungen besteht. Er ist sehr zeitaufwendig und nicht gerade intuitiv. Und damit endet nicht die Reise des Emoji von der Idee zur Realität: die einzelnen Firmen, die Emojis in ihren Betriebssysteme aufnehmen, müssen sie dann schlussendlich gestalten und unterstützen. Das ist der Grund, wofür ein und dasselbe Emoji verschieden dargestellt wird, wenn es von einem Androidtelefon auf ein iPhone gesendet wird.

Da Alhumedhi keine Ahnung  hatte, wo sie mit ihrer Idee anfangen sollte, schrieb sie zu Beginn des Sommers eine kurze Mitteilung an Apple mit der Bitte um ein Hijab-Emoji. Obwohl Apple sich lange schon für die Ausdehnung der Vielfalt der Emojis einsetzt, wurde ihre Anfrage an die Kundendienstabteilung nicht weitergeleitet, was gar nicht überrascht. Sie fand den richtigen Weg, nachdem sie eine Mashable-Geschichte auf Snapchat ansah, die auch die Anleitungen für die Einreichung eines Emojivorschlags enthielten.

„Ich öffne nie Mashable-Geschichten“, meinte sie. „Aber eines Tages sagte ich mir: Warum nicht? Und so öffnete ich eine.” Als die Geschichte erklärte, dass jedermann ein neues Emoji beim Unicode Konsortium vorschlagen kann, war ich begeistert und guckte mir schnell an, wie man damit loslegt. Es war wirklich Schicksal.“

Sie schrieb schnell zwei kleine Absätze über ihre Idee für das Konsortium. Im Verhältnis zu den anderen seitenlangen Details, Designs und Überlegungen, die normalerweise in einen Emoji-Vorschlag einfließen, war ihr Text sehr kurz. Aber ein Mitglied eines der Unterkomitees des Konsortiums meldete sich vor drei Wochen trotzdem bei Alhumedhi, um ihre Idee näher zu gestalten, damit sie förmlich berücksichtigt werden kann.

Ihr Vorschlag umfasst nun fast sieben Seiten und wird von Alexis Ohanian, einem Mitbegründer von Reddit unterstützt. Eine  Graphikerin gab ihrem Beitrag zu einem vorgeschlagenen Design, um zu zeigen, wie das Hijab-Emoji aussehen könnte, wenn es angewendet und unterstützt wäre. Das Unterkomiteemitglied hilft mit einigen technischen Bemerkungen, die mit jeder neuen Emoji-Idee einher gehen.

Ihr Vorschlag würde ein neues Emoji (Hijab oder Kopftuch) ins Leben rufen, das man mit einer Anzahl vorhandener menschlicher Emoji verbinden könnte, um jenen Charakter mit Kopftuch darzustellen. Es funktioniert so, als würde man einer Papierpuppe ein Kleid anziehen. Diese Fähigkeit, ein kombiniertes Emoji zu erschaffen ist dieselbe Prozedur, die Unicode nutzt, um das Emoji-Set der Berufe mit der Differenzierung nach Geschlecht zu nutzen.

Der Kopftuchvorschlag befindet sich in der letzten Revisionsphase und sollte im November förmlich berücksichtigt werden. Falls es bei dieser Gelegenheit den gesamten Prozess  hindurch genehmigt werden sollte, könnte das neue Emoji gegen Mitte 2017 angekündigt werden. Verschiedene Betriebssysteme könnten dann auch in den folgenden Monaten anfangen, das Emoji zu unterstützen.

Indem Alhumdhis Vorschlag sich auf die potentiell massive Anfrage nach einem Kopftuch-Emoji unter den muslimischen Frauen und aus den Ländern mit muslimischen Mehrheiten richtet, hofft sie, dass das Emoji, im Falle eines Erfolgs, auch jenseits der spezifischen religiösen Bedeutung verwendet werden kann. In einem Abschnitt ihres Vorschlags beschreibt Alhumedhi jene verschiedenen, möglichen Bedeutungen:

  • “Frauen tragen in verschiedenen Religionen, worunter auch dem Christentum und Judentum, Kopftücher als Zeichen von Bescheidenheit.  
  • “Dieses Emoji kann religiöse Empfindungen übermitteln.
  • “Dieses Emoji kann den Ramadan, das Opferfest und jegliche religiösen Feste darstellen.
  • “Frauen, die unter Krebs leiden, tragen manchmal gerne ein Kopftuch; dieses Emoji kann sie dabei unterstützen.
  • “Oder es steht einfach nur für eine Frau, die gerne ein Kopftuch trägt.“

Alhumedhi sieht aber schon voraus, dass die Idee nicht bei allen gut ankommen wird. „Mit Sicherheit werden einige dagegen sein“, sagte sie. „Es wird Leute geben, die sagen: Warum kümmert man sich so sehr um eine so unwichtige Thematik? Aber sobald sie verstehen, wie einflussreich und wirkungsvoll die Emojis in der heutigen, modernen Gesellschaft sind, werden sie es verstehen.“

„Das Emoji ist wirklich überall“, meinte sie.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://www.washingtonpost.com/news/the-intersect/wp/2016/09/13/there-is-no-hijab-emoji-this-15-year-old-student-is-trying-to-change-that/?tid=sm_tw
Publication date of original article: 13/09/2016
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=18972

 

Tags: Hidschab-EmojiKopftuch-Emoji
 

 
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