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 ASIA & OCEANIA 
ASIA & OCEANIA / Indien legt das kontroversielle Damm-Projekt am Bhagirithi-Fluß im Himalaya zu den Akten
Date of publication at Tlaxcala: 28/08/2010
Original: India Scraps Controversial Dam On River Bhagirithi In The Himalayas

Indien legt das kontroversielle Damm-Projekt am Bhagirithi-Fluß im Himalaya zu den Akten

Devinder Sharma देविंदर शर्मा

Translated by  Einar Schlereth

 

Nach dem Moratorium für Bt Brinjal [Eine genetisch veränderte Aubergine. D.Ü.] - die Indiens erstes giftige veränderte Nahrungsmittel hätte sein können – ist die Abwicklung des 600 MW Loharinag Pala Kraftwerks am Fluß Bhagirithi am Hang des Himalaya (im Staat Uttarakhand) eine zweite entschlossene und wichtige Entscheidung, die durch die öffentliche Meinung herbeigeführt wurde.

Angesichts einer Welle religiöser Gefühle, Opposition von Umweltschützern (an der Spitze der angesehene Prof. G.D. Agarwal, der 31 Tage am Ufer des Flusses fastete), Akademikern und örtlichen Dorfbewohnern, hat eine drei-köpfige Ministergruppe (GoM) – Finanzminister Pranab Mukherjee, Energieminister Sushil Kumar Shinde und Umweltminister Jairam Ramesh – ihre frühere Entscheidung zur Fortführung des Wasserkraftwerkbaus mit Hinsicht auf finanzielle Auswirkungen über den Haufen geworfen.

Der Charme der Himalaya-Täler

Diese Entscheidung ist von äußerster Bedeutung und könnte zu einem Präzedenzfall werden, da bereits ca. 160 Mill. $ in dieses kontroversielle Projekt gesteckt worden sind, und weitere 500 Mill. $ in Lieferungen und künftigen Bestellungen festliegen. Außerdem wird diese Entscheidung keine starke Reaktion bei der Industrie hervorrufen, weil das Projekt von der öffentlichen Hand, der National Thermal Power Corporation (NTPC), betrieben wurde. Wäre es stattdessen z.B. in der Hand von Reliance Industries gewesen, bin ich sicher, dass der Finanzminister sich quergelegt und die Medien ein Riesengeschrei gemacht hätten.

„Die Entscheidung, das Wasserkraftwerk fallenzulassen, kam zustande, weil die Führung der Congress-Partei ihre Bereitschaft zeigte, den Umweltbedenken mehr Glaubwürdigkeit zu schenken“, schreibt Nitin Sethi auf der ersten Seite der The Times of India (21. August 2010). Nun, dies ist meiner Meinung nach der Grund, weshalb der UPA-II (Regierungsrat) gezwungen war, seine eigene Entscheidung von vor ein paar Monaten zu widerrufen.

Wir alle wissen, dass nach der Intervention der höchsten Führung des Congresses der GoM seine Entscheidung widerrufen hat. Es weckt die Neugier zu erfahren, wen wir meinen, wenn wir die höchste Congress-Führung sagen. Schließlich hatte die Regierung im Juni ihr Plazet zur Fortführung des Damms gegeben – wer also im Congress konnte diese Entscheidung wohl rückgängig machen? Nun, wenn die Zeitungen vom Congess-Oberkommando sprechen, dann meinen sie die UPA-Präsidentin Sonia Gandhi. Sonia Gandhi hat zu Recht die Rolle eines Umweltwächters übernommen.

Während die Entscheidung auch bedeutet, dass der mächtige Ganges auf einer 135 km langen Strecke von Gomukh bis Uttarakashi nicht gezähmt wird, „wird dies ein Kein-Damm Gebiet werden und die Regierung wird es in den nächsten vier bis fünf Wochen zu einer ökologisch empfindlichen Zone erklären“, wie Jairam Ramesh bekannt gab. Dies ist eine wichtige Entscheidung und wird weitreichende Folgen für den Schutz der fragilen Ökologie des Himalaya haben. Es werden noch viel mehr derlei ökologisch wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, um sicherzustellen, dass wir nicht weiter Schindluder mit der Umwelt treiben können.

Sie werden wohl bemerkt haben, dass Umweltschutz plötzlich an Bedeutung gewonnen hat. Das zeigt uns auch, dass die Environmental Impact Assessment (EIA = Beurteilung von Umweltauswirkungen), wenn richtig angewandt, wirklich hilfreich sein kann, die Bedürfnisse der Entwicklung gegenüber Schutz und Erhaltung der Umwelt abzuwägen. In Zeiten, wo die Welt mit den ernsten Auswirkungen der globalen Erwärmung und der Zerstörung des natürlichen Habitat konfrontiert ist, habe ich das Gefühl, dass Jairam Ramesh eigenhändig die Rolle des Beschützers der indischen Umwelt auf sich genommen hat. Er hat sehr geschickt EIA benutzt, ihre Bedenken vorzubringen, und er sorgt auch dafür, dass die Unternehmen sich ordentlich aufführen.

Das UPA-II Kabinett (und ein Teil der Medien) hätten es Jairam Ramesh nicht möglich gemacht, sich durchzusetzen, wenn er nicht die rückhaltlose Unterstützung der Congress-Präsidentin Sonia Gandhi erhalten hätte. Ich war besonders beeindruckt, wie sie sich kürzlich gegenüber dem illegalen Bergbau ausdrückte: „Er ist eine Bedrohung mit tiefgehenden politischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen … Am meisten beunruhigend ist der hohe Grad an Zusammentreffen zwischen den Gebieten, die reich an Mineralien und Wäldern sind und den Gebieten, die Schauplatz von Entbehrung der Urbevölkerung und linker extremistischer Gewalt sind“.

Wirklich gut gesagt. Und zu Recht fügte sie hinzu: „Um die Herausforderung der Naxaliten anzunehmen, sind fundamentale Neuerungen nötig hinsichtlich der Art und Weise, wie die Erzresourcen ausgebeutet und die Wälder behandelt werden.“ Ich hoffe, dass der Premierminister Manmohan Singh und der Innenminister P. Chidambaram sowie die Führung der BJP (nationalistische Hindu-Partei) zugehört haben.





Courtesy of Devinder Sharma
Source: http://devinder-sharma.blogspot.com/search?q=India+scraps+controversial+dam
Publication date of original article: 21/08/2010
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=1127

 

Tags: IndienHimalayaBhagirithi FlußLoharinag Pala Wasserkraftwerk abgeblasenProf. AgarwalJairam RameshSonia GandhiWiderstand der Bevölkerung
 

 
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